Donnerstag, 17. Oktober 2019

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Gute Reise!

"Ein Autofahrer aus Beuel / hat geträumt – und es war ihm ein Greuel / er musst mit dem Audi / bis runter zum Saudi / und ihn bitten: Please give me some oil!”

Die Limericks hier stammen alle von Ole Haldrup. Sein „Buch der Limericks“ (2003), dazu „Lirum, Larum, Limerick“ (2004) und „Das Geheimnis der fünften Zeile" (2007) sind zu beziehen über: Nereus-Verlag, Susanne Happle, Johann-von-Werth-Straße 6, 79100 Freiburg, Telefon 0761-403802, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (gk)

Im Zeichen der Burg

Deutschland ist schön: In der Eifel / Mit Dinopark / Auch Autobauer wie Renault/Dacia zieht es öfter dahin

Von Günther Koch/Life-Magazin

Die restaurierten Reste der Nürburg bei Adenau sind durch einen Eisenzaun gesichert. Fotos: Koch

Adenau/Bitburg – Eifel-Wetter! Graue Wolken, die tief hängen. Nebelschwaden, die selbst am späten Vormittag noch bis in die Täler hinein um die Wipfel der Bäume wabern. Regen, der mal etwas heftiger, mal etwas weniger stark fällt. Fehlt eigentlich nur noch der Wind, der kühl über die Höhen pfeift. Oder Schnee und Kälte, die in diesen Breiten auch nicht gerade selten Einzug halten. Im heißen Bann der früher aktiven Vulkane sind wir schon öfter unterwegs gewesen – in der Eifel, wo Vulkanismus, Bims und Basalt das Landschaftsbild prägen. Diesmal nehmen wir uns Zeit, wollen vom Nürburgring quer durch die Region fahren, nicht über Autobahn, sondern über Land Richtung Luxemburg.

Im Zeichen der (Nür-)Burg. Klar, dass Adenau so nah am „Ring“ eine rennbegeisterte Stadt ist.

Zu Füßen der Hohen Acht

Die Reise liegt schon etwas zurück. Es ist Mitte Juni. Renault und die rumänische Tochtermarke Dacia stellen in Meuspath am Nürburgring ihre „Ziemlich besten Autos“ vor, den Kompaktsportler Mégane RS, den Elektrokleinwagen Zoe und den Duster-SUV. Auch den neuen Alpine A110 hat der Importeur mit Sitz in Brühl bei Köln mitgebracht - aber nur zum Sehen  Es ist schön, sich in Adenau in der Hocheifel umzuschauen. Der 3000-Seelen-Ort liegt zu Füßen der Hohen Acht am Adenauer Bach, einem Zufluss der Ahr. Das Landschaftsschutzgebiet ist Rhein, Ahr und Eifel zugeordnet. Der Stadtteil Breitscheid findet sich innerhalb der berühmt-berüchtigten Nordschleife der Rennstrecke, die zwischen Adenauer Forst und Exmühle in unmittelbarer Nähe von Adenau verläuft.

Auch Fachwerk hat der Ort in der Hocheifel zu bieten. Hier dürfte Pinocchio dahinter stecken.

Mit mächtigem Bergfried

Der 1927 eröffnete „Ring“, wie er hier heißt, hat nicht nur den Ort, sondern die ganze Gegend tatsächlich weltweit bekannt gemacht. Doch Adenau hat freilich auch noch mehr zu bieten. Da ist der historische Marktplatz mit Brunnen. Das sind Einrichtungen wie das Eifeler Bauernhaus- oder das Heimat-, Zunft- und Johannitermuseum der Johanniterstadt. Am Buttermarkt stehen noch viele alte Häuser im Originalzustand. Es gibt Johannes-, Erlöserkirche und Marienkapelle. Der Kreuzweg ist schon Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt worden. Bei der südlich gelegenen Nürburg handelt es sich um eine Anlage mit einem mächtigen Bergfried aus dem 12. Jahrhundert, die selbst noch als Ruine mit ihren Gewölben und vielen Türmen aus Basalt, Tuffstein und Grauwacke beeindruckt.

Die Eifel ist Bierbrauer-Land, aber es gibt auch Wein. Der Bergfried der Nürburg ist weithin sichtbar.

Weiter nach Gerolstein

Im westlich etwa auf der Höhe von Daun gelegenen Gerolstein, der 7500 Einwohner zählenden Gemeinde an der Kyll im Herzen der Eifel, haben wir bereits die Vulkaneifel erreicht. Die Geschichte Gerolsteins reicht laut Historikern bis in die Steinzeit zurück, da die Region nachweislich schon in der Bronzezeit von Kelten besiedelt gewesen sein soll. Aus der Zeit der Römer sind jedenfalls noch heute Reste von Tempeln und Häusern zu sehen. Schon von Kelten und Römern wird berichtet, dass sie sich an den Mineralquellen in dem Gebiet Wasser abgefüllt, es entweder zum eigenen Gebrauch genutzt, getauscht oder weiterverkauft haben. Sehenswert in der Umgebung sind Löwenburg, die ehemalige Wasserburg Lissingen, Erlöserkirche, Naturkunde-, Heimatmuseum, Mühlenstein- und Eishöhlen bei Roth sowie die Buchenlochhöhle aus der Steinzeit.

Passt gut an den Nürburgring: Renaults neue Alpine A110 mit 252 PS. Die Eifel ist sehr waldreich.

Nächste Station Bitburg

Bitburg ist Teil des Eifelkreises zusammen mit Prüm. Die Kreisstadt mit ihren fast 15 000 Einwohnern, von der aus es nur noch etwa 30 Kilometer bis nach Trier sind, ist vor allem 1985 für einige Tage über die Grenzen der Eifel hinaus in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten, als Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige US-Präsident Ronald Reagan den Soldatenfriedhof hier besuchten, was umstritten war, weil neben rund 2000 Soldaten beider Weltkriege auch Mitglieder der Waffen-SS auf der Kolmeshöhe begraben liegen.

Vor den Häusern wird auch hier liebevoll dekoriert – und die Kirche ist oft noch im Ort geblieben.

An der Römermauer

Das Heimatmuseum gibt Einblicke in die Geschichte von Stadt und Region. Das Haus Beda ist Fritz von Wille gewidmet, der als wichtigster Maler der Eifel gilt. Rund um ihr Bier hat die Bitburger Brauerei eine Marken- und Erlebniswelt aufgebaut. An der Römermauer sind noch Reste der römischen und mittelalterlichen Befestigung erhalten. Astronaut Buzz Aldrin, der 1969 im Rahmen der Apollo-11-Mission nach Neil Armstrong als zweiter Mensch den Mond betreten hat, ist Bitburg verbunden, wo er drei Jahre stationiert gewesen ist.

Mühlenmotiv auf einer Hausfassade.  zeigt ein Mühle. Mosaik in der römischen Villa Otrang bei ...

Panzerwerk am Westwall

Die Bundesstraße 51 durch Bitburg ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, macht aus Sicht der Bewohner in der Südeifel die einst nachteilige Rand- allmählich zur europäischen Zentrallage. Die ehemalige Römerstraße führt in den Trierer und Luxemburger Raum. Wir biegen jedoch vorher bei Helenenberg ab, um über Irrel später weiter am Dinosaurierpark Teufelsschlucht vorbei nach Echternach an der Sauer zu gelangen, die hier Luxemburgs Grenze zu Deutschland bildet. Auf dem Katzenkopf in der Nähe des kleinen Luftkurortes mit seinen etwa 1500 Einwohnern spielt der Westwall eine Rolle, der, aus Bunkern, Panzersperren, Gräben und Stacheldraht bestehend, von den Nationalsozialisten ab 1936 zum Schutz der deutschen Westgrenze vom Niederrhein bis Basel errichtet worden ist.

... Fließem, wo sich die Villa Rustica Eifelkreis Bitburg-Prüm findet. An der Römermauer in Bitburg.

Viele kehrten nicht zurück

Das Panzerwerk Katzenkopf mit Außenwänden aus bis zu zwei Meter dickem Stahlbeton sollte mit dabei helfen, die Hauptverbindung Köln-Luxemburg zu sichern. Es ist mit seinem abgesetzten Sechs-Scharten-Panzerturm und der Tunnelanlage als eines der wenigen zu besichtigen. Auf einer Tafel des Westwalls – „Einst Werkzeug des Krieges, heute Mahnmal des Friedens“ – steht, dass von Irrel und Umgebung 1939 und 1940 die Soldaten des Füsilierregiments 39 aus Düsseldorf in den Krieg gezogen sind. „Mehr als 4000 kehrten nicht zurück“, heißt es weiter: „Gedenket ihrer und vergesst sie nicht.“ Auch das eine Geschichte, die in der Eifel geschrieben worden ist. Im heißen Bann der Vulkane.   

Bei dem einstigen Panzerwerk Katzenkopf bei Irrel handelt es sich heute um ein Musem für den Westwall.

Info Eifel I

Als Mittelgebirge erstreckt sich die rund 5300 Quadratkilometer große Eifel im Dreieck Aachen-Koblenz-Trier nach Westen bis nach Belgien und Luxemburg hinein, Rhein und Mosel begrenzen sie im Osten. Wälder, wellige Hochebenen, langgezogene Hügelrücken und Berge wie die fast 750 Meter hohe Hohe Acht bei Adenau als höchstem bestimmen das Landschaftsbild. Bekanntere Städte sind etwa Bad Münstereifel, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bitburg, Daun, Gerolstein, Mayen, Mendig, Monschau, Prüm, Rheinbach oder Wittlich. Neben der Deutschen Vulkan- queren ebenfalls Eifel-Ardennen- und Deutsche Wildstraße die Eifel, deren geologische Besonderheit die kreisrunden Maare vulkanischen Ursprungs sind. Der Gesteinsabbau von Basalt über Bims und Gips bis Schiefer ist wie die Mineralquellen auf den Vulkanismus zurückzuführen.

Gesehen auf einer Höhenstraße in der Nähe von Bitburg. Auch in der Eifel wird Sonnenenergie genutzt.

Info Eifel II

Klimatisch geht es eher atlantisch zu. Die mäßig kalten Winter können lang und schneereich sein, die Sommer sind nicht zu warm. Der Tourismus spielt eine große Rolle. Motorsportfreunde dürften den Nürburgring kennen, Freunde der Literatur wissen, dass die Region Schauplatz vieler Kriminalromane ist. Wir waren direkt am Nürburgring im Lindner Hotel Eifeldorf Grüne Hölle (drei Sterne, 72 Zimmer, einfach ausgestattet, rustikal anmutendes Gebäude, www.lindner.de) untergebracht. Und wenn Sie schon in der Nähe sind: In Sinzig können wir das Vieux Sinzig (Wildpflanzenküche, Gourmet-Manufaktur, ausgewählte Ahr- und Frankreich-Weine, www.vieux-sinzig.com) empfehlen. Eine kulinarische Spezialität in der Eifel ist das Döppekoochen aus Kartoffelmasse mit Speck und Zwiebeln. Die Eifel ist Bierbrauer-Land. Mit Rhein, Mosel, Ahr und Nahe sind aber auch mehrere Weingegenden schnell erreicht. Information: Eifel-Tourismus, Kalvarienbergstraße 1, 54595 Prüm, Telefon 06551-96560, www.eifel.info.

Die Ziegenskulptur weist auf den Bitburger Ziegenrat hin. Die Eifel steht nicht zuletzt ebenfalls für Bims und Basalt.  

Service Auto

Wer vom Nürburgring einmal quer durch die Eifel Richtung Luxemburg will, kann die Autobahn 60 über Trier nehmen, dann geht es schneller und die rund 140 Kilometer sind in etwas mehr als anderthalb Stunden geschafft. Wer Zeit und Muße hat, sollte sich für die Luftlinie vielleicht 90 Kilometer lange Landstraßen-Route über Gerolstein, Bitburg und Echternach entscheiden. Verkehrsmäßig ist die Eifel aus Norden über Aachen und Köln, aus Osten über Koblenz, aus Süden über Trier angebunden. Die Anreise per Bahn erfolgt über die Eifelstrecke Köln-Trier oder über die Bahnhöfe entlang der Route Koblenz-Trier. Die nächsten Flughäfen sind Köln/Bonn, Frankfurt-Hahn oder Luxemburg. Die Touren rund um den Nürburgring fanden im Renault Mégane RS, im Renault Zoe und im Dacia Duster statt, die aktuell ab 34 290, 21 900 und 11 490 Euro bei den Händlern stehen.

KoCom/Fotos: Günther Koch

11. Januar 2019

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