Freitag, 15. November 2019

FB Logo für GK 1

  • R Gran Canaria 220119 Slide Reise
  • R Trier Slide Reise
  • R Atlanta Slide Reise
  • R Qatar Slide ReiseA
  • R Polen Pieniny Gebirge Slide Reise
  • R Rupertiwinkel Slide Reise
  • GALERIA REISE: Unterm Finger Gottes! Auf der Kanaren-Insel Gran Canaria. Foto: Günther Koch
  • GALERIA REISE: In Deutschlands ältester Stadt Trier. Foto: Günther Koch
  • GALERIA REISE: In Atlanta, der Hauptstadt des US-Bundesstattes Georgia. Foto: Günther Koch
  • GALERIA REISE: Im reichen Golf-Emirat Qatar und in der Millionenmetropole Doha. Foto: Kurt Sohnemann
  • GALERIA REISE: Bei den Flößern, den Góralen, im Pieniny-Nationalpark in Polen. Foto: Rainer Waldinger
  • GALERIA REISE: Deutschland ist schön: Im Rupertiwinkel nahe Salzburg. Foto: Günther Koch

Gute Reise!

"Ein Autofahrer aus Beuel / hat geträumt – und es war ihm ein Greuel / er musst mit dem Audi / bis runter zum Saudi / und ihn bitten: Please give me some oil!”

Die Limericks hier stammen alle von Ole Haldrup. Sein „Buch der Limericks“ (2003), dazu „Lirum, Larum, Limerick“ (2004) und „Das Geheimnis der fünften Zeile" (2007) sind zu beziehen über: Nereus-Verlag, Susanne Happle, Johann-von-Werth-Straße 6, 79100 Freiburg, Telefon 0761-403802, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (gk)

Göttlicher Winzer

Biblische Weinprobe in Wiesbadener Marktkirche / Blick in die Heilige Schrift / Frühere Weinkönigin erinnert sich

Von Günther Koch/Life-Magazin

Jungwinzerin Michaela Gerhard bei der biblischen Weinprobe. Fotos: Kassing/Gerhard/Koch

Hattenheim/Wiesbaden – Eine (frühere) Prinzessin und Königin, der Wein und die Bibel! Eine schöne Geschichte, die sich am Rand unserer Jahresserie ergeben hat, bei der wir die Winzerfamilie Gerhard aus Hattenheim im Rheingau durch 2018 begleiten. Jungwinzerin Michaela Gerhard erzählt, wie es war, als sie die Krone trug, und was es mit der biblischen Weinprobe zuletzt in der Wiesbadener Marktkirche auf sich hat.

Mit Engagement

Michaela spricht vom Majestäten-Amt. In dem hat sie von 2006 bis 2013 gleich dreimal gewechselt, ist bis 2008 erst Hattenheimer Weinprinzessin, bis 2012 dann Hattenheimer Weinkönigin und bis 2013 schließlich Rheingauer Weinprinzessin gewesen. Voraussetzung sei natürlich gewesen, „dass man sich für das Thema Wein und für die Region interessiert und das Ganze mit Engagement verfolgt“. Die damaligen Weinmajestäten hätten sie gefragt, ob sie das Amt später nicht von ihnen übernehmen wolle. Eine richtige Wahl habe es nur zur Rheingauer Weinprinzessin gegeben, sogar mit Befragung teils durch die Fachjury, teils auf der Bühne und dort eben auch mit Fragen zur Person selbst.

Die Marktkirche in Wiesbaden. Ein Blick in die Runde der Teilnehmer dieser besonderen Weinprobe.

„Das hat mir viel gebracht“

„Dabei war ich am Anfang sehr nervös“, erinnert sich die 29-Jährige. Sie habe die Erwartungen, ihre eigenen und die der anderen, nicht enttäuschen wollen. „Aber die Zeit als Weinmajestät hat mir doch sehr viel gebracht!“ Die unterschiedlichen Termine, oft mit anderen Weinmajestäten aus dem Rheingau oder anderen Anbaugebieten zusammen. Die Moderationen bei Weinproben. Die Veranstaltungen in Weingütern, mit Winzerkollegen oder bei Seminaren, bei denen man „immer wieder Neues über den Wein gelernt“ habe. Die Freundschaften, die sich entwickelt hätten. Das Sprechen vor anderen Leuten, das Eingehen auf sie. Die verschiedensten Kontakte. „Und dass man auch auf Veranstaltungen sein durfte, die man sonst vielleicht nicht erlebt hätte“.

In der Krypta des Gotteshauses. Derweil betreuen Werner und Gudrun Gerhard die Weinfässer ...

Nicht nur zum Lächeln

Künftigen Weinmajestäten rät Michaela, „auf jeden Fall so viel aus der Amtszeit mitzunehmen, wie sie können“. Wissen aufzusaugen. Die Zeit mit den anderen Mädels zu genießen. Sich trauen, Fragen zu stellen. Sich auf die unterschiedlichsten Begebenheiten einzulassen und den eigenen Charakter mit einzubringen. „Zudem entdeckt man auch die Region und teilweise die Welt des Weins nochmal auf eine ganz andere Art und Weise für sich.“ Und wie sieht es mit den Nachteilen aus? Michaela nennt den mit so einem Amt mitunter doch verbundenen hohen Zeitaufwand „Und dass man am Anfang manchmal nicht ganz ernst genommen wird und die Leute denken, eine Prinzessin sei nur zum Lächeln und vielleicht zum Weinausschenken da.“ Wenn man dann aber ins Gespräch gekommen sei und manches habe erklären können, hätten sie ihre Meinung geändert.

... in Hattenheim unten am Rhein, wo bei den Gästen bisweilen auch etwas Ostalgie mitzuschwingen scheint.

Eher Hexe Lilli

Den Ausschlag, für ein Majestäten-Amt zu kandidieren, hat bei Michaela eine Freundin gegeben. „Anna war selbst zu der Zeit Weinkönigin in Lorch und hat mich überzeugt, es einfach einmal zu probieren.“ Nein, Bücher mit Prinzessinnen oder Königinnen habe sie vorher „nicht unbedingt gelesen“, eher seien es die Hexe Lilli oder Pippi Langstrumpf gewesen. „Bei Disney würde ich sagen, dass ich am liebsten Anastasia gemocht hab‘, die auf ihrem Weg von Russland nach Paris die unterschiedlichsten Plätze entdeckt und viele Abenteuer erlebt habe. Sagt die junge Frau, die glaubt, vielleicht auch wegen des Amtes als Prinzessin oder als Königin jetzt mit im Vorstand des Bundes der Rheingauer Weinbau-Fachschulabsolventen und zweite Vorsitzende im Hattenheimer Weinbauverband zu sein ...

Michaela Gerhard früher als Weinkönigin und dieser Tage mit Pfarrerin Anette Kassing beim Selfie vor der Marktkirche.

Am Tor zum Rheingau

Szenenwechsel. Evangelische Marktkirche in Wiesbaden. Der vorletzte Donnerstag im Juli. Bei Gott, was für ein herrlicher Sommerabend! Schon wieder. Draußen noch immer Temperaturen um die 30 Grad. Drinnen, im roten Backsteinbau, ist es etwas kühler. Gut für die biblische Weinprobe, die Pfarrerin Anette Kassing an diesem Abend zusammen mit Jungwinzerin Michaela gestaltet, während nur etwa 20 Kilometer Luftlinie entfernt Vater Werner und Mutter Gudrun gerade dabei sind, Wein auszuschenken; die Gerhards betreuen zum zweiten Mal in dieser Saison für eine Woche abendlich die Hattenheimer Weinfässer unten direkt am Rhein. In dem Gotteshaus in Wiesbaden, dem Tor zum Rheingau, geht es an diesem Abend ebenfalls um Wein, aber auch um die Bibel.

Schon im Alten Testament

In der Heiligen Schrift werden Wein und Weinrebe häufig erwähnt. Verschiedene Stellen belegen: Jesus benutzt oft Bildworte und Symbole aus der Weinkultur. Schon das Alte Testament stellt Noah als ersten Winzer dar. Die Kanaanäer sollen schon vor den Israeliten hoch entwickelten Weinbau betrieben haben. Weinberge zu besitzen, das bedeutete Reichtum. Wein war wertvoll, weil er besonders intensiver Bearbeitung und Pflege bedurfte. Wein ist zu Festen getrunken worden, sollte das Herz der Menschen erfreuen. Man hat ihn als Trankopfer im Tempel dargebracht. Er wurde beim Sedermahl zum jüdischen Pessachfest gereicht. Kritik gibt es allerdings auch an zu übermäßigem Genuss, vor allem wenn darüber die Rücksicht auf die Armen vergessen wird. Neben der Verarbeitung zu Wein sind Trauben schon damals gern frisch gegessen worden oder man hat sie in Rosinenkuchen verbacken. Jesaja, der Prophet, vergleicht das Volk Israel mit einem Weinberg und Gott als seinen fürsorglichen Winzer. Das Neue Testament greift dieses Bild auf, indem Jesus, Gottes Sohn, zum Beispiel der Weinstock ist, mit dem die Jünger in Verbindung bleiben müssen, um Frucht zu bringen.

Glaube als Hoffnung

Ob sie gläubig ist, fragen wir Michaela. „Im direkten Sinn, wie man es sich vorstellt, vielleicht nicht unbedingt, aber ich bin mit einer sehr gläubigen Oma aufgewachsen, war auf einer katholischen Schule, bin getauft und konfirmiert, hatte also schon immer einige Berührungspunkte.“ Wenn man Glaube mit dem Begriff Hoffnung gleichsetze, könne man ihn immer wieder im Alltag anwenden, sagt die Jungwinzerin. „Im Weinbau zum Beispiel, wenn man das Wetter betrachtet, das man nicht beeinflussen kann.“ Zur biblischen Weinprobe in Wiesbaden sei sie mit einem „positiven Gefühl“ gegangen. Außerdem kennt sie die Pfarrerin, weiß, „dass sie immer versucht, den Glaube mit dem Alltäglichen zu verbinden“. Zudem warte die Marktkirche mit Schnittpunkten zum Thema Wein auf, da die Krypta früher einige Zeit sogar als Weinkeller gedient habe.

Sogar auf dem Etikett

„Ihnen leuchtet ein Licht“, in Wiesbaden auch in der Weihnachtszeit ein Begriff, darauf geht Pfarrerin Kassing bei der biblischen Weinprobe ein. Jungwinzerin Michaela stellt das Weingut Leon Gerhard in vierter Generation vor, hat einen trockenen 2017er Riesling, einen trockenen 2016er Erbacher Siegelsberg Riesling Kabinett, einen halbtrockenen 2017er Blanc de Noir und einen milden 2017er Geisenheimer Kläuserweg Riesling Kabinett zur Verkostung mitgebracht – und einen nach ihr benannten Secco, eine Perlwein-„Création Michaela“ aus Spätburgunder Rosé. „Das hat angefangen, als ich Weinprinzessin im Ort geworden bin, deshalb finden sich mein Name und mein Bild auf dem Etikett wieder.“ Information: Weingut Leon Gerhard, Bergweg 5, 65347 Hattenheim, Telefon 06723-3335, www.weingut-leon-gerhard.de.

Lesen Sie auch

Weinbau im Rheingau: Michaela Gerhard vom Weingut Leon Gerhard im Gespräch Mehr Schlösser, Burgen, Klöster: Im Weingau, genannt Rheingau / Winzerfamilie gibt Tipps für Aufenthalt Mehr Schon guter Austrieb: Frühling im Weinberg Mehr Hoffen auf Landregen: Sommer im Weinberg Mehr Gesundes Lesegut: Herbst im Weinberg Mehr Nächster Rebschnitt: Winter im Weinberg Mehr 

KoCom/Fotos: Anette Kassing/Michaela Gerhard/Günther Koch

14. Dezember 2018

Die nächsten Themen: Auto - Die neuen DS Elektro-Crossback. Reise - Auf Sardinien. Auto - Der neue Opel Corsa. Reise - Im Alentejo. Auto - Seats neuer Elektro-Mii. Reise - In San Francisco. Auto - Renaults Elektrostrategie. Reise - An der Mosel. Auto - Die Verbrenner bleiben wohl noch länger. Reise - Durch das Tal des Todes. Auto - Fords neues Elektro-SUV-Modell. Reise - In Barcelona. Auto - Das Autojahr 2019. Reise - Am Gardasee. Auto - Das Autojahr 2020.