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Die Limericks hier stammen alle von Ole Haldrup. Sein „Buch der Limericks“ (2003), dazu „Lirum, Larum, Limerick“ (2004) und „Das Geheimnis der fünften Zeile" (2007) sind zu beziehen über: Nereus-Verlag, Susanne Happle, Johann-von-Werth-Straße 6, 79100 Freiburg, Telefon 0761-403802, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (gk)

Gesundes Lesegut

Herbst  im Weinberg / TravelLifeDrive begleitet Rheingauer Winzerfamilie Gerhard weiter durchs Jahr

Von Günther Koch/Life-Magazin

Mittels Refraktometer wird die Reifemessung vorgenommen. Fotos: Gerhard/Waldinger

Hattenheim – Endlich! Die Lese! Die Spannung davor lässt sich in jedem Jahr förmlich mit Händen greifen. Es ist Mittwoch, 5. September. Die Weinernte 2018 bei der Winzerfamilie Gerhard in Hattenheim im Rheingau, die wir weiter durch dieses Jahr begleiten, beginnt. 

Etwas niedrige Säurewerte

Die ersten Trauben sind Weißburgunder. Ende September steht dann der letzte Riesling-Weinberg der Gerhards an. „Die Lese ist damit abgeschlossen bei uns“, stellt Jungwinzerin Michaela für die Familie fest, für Vater Werner, Mutter Gudrun und Schwester Daniela, während der eine oder andere Weinbauer in der Region momentan noch – es ist Mitte Oktober – seine letzten Trauben in den Keller hole. Der dreiwöchige Wachstumsvorsprung habe sich in jedem Fall durch die komplette Vegetation 2018 gezogen, „denn im Schnitt beginnen wir je nach Rebsorte erst Mitte bis Ende September mit der Lese und enden dann im Oktober“. Aber es sei diesmal ein „sehr guter und etwas ruhigerer Herbst mit sehr gesundem Lesegut“ gewesen, „jedoch teilweise“, räumt Michaela ein, „mit etwas niedrigeren Säurewerten“. Man sei dennoch zufrieden. Die 2018er-Lese hat bei den Gerhards demnach unterm Strich etwa 83 Hektoliter auf den Hektar ergeben, woraus sich etwa 47 500 Flaschen abfüllen lassen.

Weinberge bei Hattenheim. Michaela Gerhard schneidet Trauben heraus, die nicht ins Lesegut kommen sollen.

„Hervorragendes Grundmaterial“

Wie der neue Jahrgang nach diesem fast durchgehend warmen, teilweise sogar heißen Sommer wohl wird? Vielleicht sogar ein Jahrhundert-Jahrgang, was viele schon vermuten? „Ich bin mit diesem Begriff immer etwas vorsichtig“, gibt sich die Jungwinzerin zurückhaltend. „Ich würde sagen, dass die Trauben trotz des fehlenden Regens bei dem warmen Wetter ein hervorragendes Grundmaterial in den Keller gebracht haben!“ Beste Voraussetzungen also für eine „gute Arbeit im Keller“, die nun folgen müsse, hofft Michaela schon auf die Belohnung dann im Frühjahr 2019 auf der Flasche. „Jetzt kommt es darauf an, was man im Keller damit macht und wie man es gestaltet!“ Herausforderungen wie diesmal der mitunter niedrige Säurewert- und der geringe Stickstoffgehalt in den Trauben, der der Hefe während der Gärung als Nährstoff diene, gebe es natürlich in jedem Jahr.

Die Farbe der Schalen links deutet auf Weißburgunder hin, die Trauben rechts sind Spätburgunder.

Abschluss und Beginn

Welche Bedeutung der Herbst generell für die Arbeit im Weinberg und auf dem Weingut im Vergleich zu den drei anderen Jahreszeiten hat? „Er ist sozusagen der Abschluss unseres Arbeitsjahres im Weinberg und zugleich der Beginn der Arbeit im Keller“, sagt Michaela, „somit ist es eine der wohl wichtigsten Jahreszeiten für uns!“ Die Bedingungen, was das Wetter betrifft, seien diesmal im Vergleich zum Vorjahr optimal gewesen. „Wir hatten bis auf ein oder zwei Tage sehr gutes Wetter, sehr trocken und warm, an manchen Tagen vielleicht sogar etwas zu heiß. „Denn für den abgepressten Most ist es immer besser, wenn die Trauben etwas kühler reinkommen.“ Gegenüber den deutlich schlechteren Verhältnissen 2017 mit extrem viel Niederschlag im August und September sei dieses Jahr alles in allem doch „sehr positiv“ zu sehen.

Weinwanderung am Steinberg. Winzer Werner Gerhard erläutert seinen Gästen den Weinbau.

Vorher schon Negativlese

Die Lese bestimmt aber nicht allein diese Jahreszeit bei den Gerhards. Nebenher finden noch Veranstaltungen wie die „Offene Kellertür“, „Natur pur“ oder Weinwanderungen statt. Jeden dritten Oktober, am Tag der deutschen Einheit, führt eine kleine Wanderstrecke durch die Hattenheimer Gemarkung, an der immer wieder Essens- und Weinstände für das Wohl der Wanderer sorgen. „Das muss alles parallel laufen, hat jedoch durch den entspannteren Herbst gut geklappt.“ Trotz der guten Trauben am Weinstock sei man vorher schon zur Negativlese durch die Zeilen zwischen den in einer Reihe gepflanzten Rebstöcken gegangen, berichtet Michaela. „Das bedeutet, vor dem Lesen mit dem Vollernter haben wir die Trauben, die nicht mit ins Lesegut kommen sollen, rausgeschnitten.“ Solche Trauben könnten zum Beispiel durch Wespenfraß oder ähnliches beschädigt sein. So bekomme man auch bei maschineller Lese eine „gut selektierte Qualität“.

Spundekäs, Karotten und Wein, das sollte schon sein! Der Vollernter kippt die Trauben ab.

Most wird vorgeklärt

Im Anschluss an die Lese werden die Trauben auf dem Weingut abgepresst, der Most wird vorgeklärt. Haben sich die natürlichen Trubteilchen abgesetzt, erläutert die Jungwinzerin das weitere Prozedere, werden die geklärten Moste mittels Reinzuchthefe in die Gärung geschickt und immer wieder regelmäßig kontrolliert.

Blaue Spätburgunder-Trauben verfügen über helles Fruchtfleisch. Das Abpressen ist in vollem Gang.

Noch auf der Maische

So langsam rücken auch bei den Gerhards die Weinauslieferungen wieder näher. Die Preisliste für den Herbst ist schon vorbereitet, die Touren werden geplant. Natürlich seien die Weine im Keller noch am Gären und erforderten Aufmerksamkeit. „Unser Rotwein liegt momentan noch auf der Maische, was bedeutet, dass der Most schon mit der Schale in offenen Bütten vergoren worden ist, wobei man den auftreibenden Tresternhut mehrere Male täglich unterstoße, um die Extraktion aus den Schalen zu fördern. Bis zum Winter muss jetzt noch darauf gewartet werden, dass die Blätter von den Stöcken fallen, bevor die Reben geschnitten werden können. Dadurch sei die Stickstoffrücklagerung in den Stock gewährleistet.

Auch die Hefe ist schon angesetzt. Selbst im Scheinwerferlicht arbeitet der kompakte Vollernter noch.

Gespanntes Warten

„Wir sind auf jeden Fall zufrieden mit unserer Arbeit und warten gespannt, was nun daraus resultiert“, hofft die Jungwinzerin auf eine „reguläre Gärung im Keller und dass die Weine uns so gelingen, wie wir es uns vorstellen, nämlich dass wir fruchtige, gehaltvolle und spannende Weine auf die Flasche bekommen, die Freude bereiten. Und die nächste Jahreszeit, der Winter? „Der“, sagt Michaela, „bedeutet für uns dann schon die Grundstocklegung im Weinberg für den nächsten Jahrgang 2019.“ Über den Rebschnitt der Stöcke werde die Basis festgelegt, auf der danach die komplette Vegetationszeit aufbaue. Im November/Dezember seien zudem die zweiten Weinauslieferungs-Touren vorgesehen. „Noch rechtzeitig vor der Weihnachtszeit!“

Zum Abschluss gibt’s einen 1967er-Riesling. Die Sonne geht auf über den Weinbergen von Hattenheim.

Die Winzerfamilie Gerhard

… baut auf einer Fläche von knapp fünf Hektar Riesling, Weißburgunder und Spätburgunder an. Vom 2017er-Jahrgang haben die Gerhards rund 26 000 Flaschen abgefüllt. „Es war insgesamt ein herausfordernder Jahrgang“, sagt Jungwinzerin Michaela, die nach ihrer Ausbildung als Winzerin Weinbau und Oenologie in Geisenheim studiert und anschließend im Ausland auf Weinbaubetrieben in Südtirol, Österreich und Neuseeland weitere Erfahrungen gesammelt hat. Die 29-Jährige unterstützt Vater Werner, der das Weingut 1990 von den Eltern übernommen hat, in der Weinproduktion, und Mutter Gudrun, die für den Verkauf zuständig ist, hilft wie Schwester Daniela, Bankkauffrau und Bankfachwirtin, bei den Wein- und Hoffesten im Service. Die erste Flaschenabfüllung fand 1919 durch Urgroßvater Heinrich statt. Die Familie selbst ist nachweislich im Rheingau seit 1442 im Weinbau tätig. Information: Weingut Leon Gerhard, Bergweg 5, 65347 Hattenheim, Telefon 06723-3335, www.weingut-leon-gerhard.de.

Die letzte Folge

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KoCom/Fotos: Michaela Gerhard/Rainer Waldinger

19. Oktober 2018

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