Mittwoch, 2. Dezember 2020

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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

Peugeot 3008

Diesmal im Test als 300-PS-Allradhybrid GT

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der Peugeot 3008 ist so seit 2016 auf dem Markt, die Plug-in-Hybride kamen später. Fotos: Koch

Es ist die untere Mittelklasse, in der Peugeot sich mit seinem Kompakt-SUV 3008 mit deutschen Konkurrenten wie Ford Kuga oder VW Tiguan messen lassen muss. Schwestermodell im französischen PSA-Konzern, zu dem seit 2017 auch Opel gehört, ist neben dem Citroën C5 Aircross und dem DS7 ebenfalls der Grandland X der Rüsselsheimer. Wir haben den 3008 der Franzosen jetzt als stärkeren Plug-in-Hybrid mit Allrad und Automatik in GT-Ausführung zur Probe gefahren.

Außen & Innen

Den 3008 gibt es seit 2009. In zweiter Generation ist er seit 2016 auf dem Markt. 2019 haben die Franzosen eine erste Plug-in-Hybrid-Version vorgestellt. Die Hybrid4 genannte zweite, solide verarbeitet, für ihr Segment recht wertig anmutend, 4,44 Meter lang, Radstand 2,67 Meter, Kofferraum 395 bis 1357 (statt wie sonst 520 bis 1482) Liter, stellt aktuell den von der Systemleistung her stärksten Serien-Peugeot dar. Er ist schön gezeichnet, Ein- und Ausstieg gestalten sich bequem, man sitzt höher und bequem, es geht geräumig zu. Die Rundumsicht könnte besser sein. Das Cockpit mit dem relativ kleinen, oben und unten abgeflachten Lenkrad und Blick aufs Kombiinstrument darüber ist weitgehend digitalisiert. Die metallischen Tasten in der Mitte wirken zwar modern, sind aber möglicherweise nicht jedermanns Sache. Zur Eingewöhnung in die Bedienung sollte man sich anfangs etwas Zeit nehmen.          

Die Frontpartie wirkt schon etwas bullig. Der Markenlöwe sitzt vorn mittig im Kühlergrill.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Plug-in-Hybrid, antriebsgleich mit dem Opel Grandland X Hybrid4, handelt es sich um einen 200 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, freigegeben nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d. Der Elektromotor vorn leistet 110, der hinten 112 PS. Im System liegen Leistung und Drehmoment bei 300 PS und 520 Newtonmetern. Dieser Peugeot beschleunigt fast sportwagenmäßig in 5,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schafft sogar 240 Stundenkilometer Spitze, im Elektro- oder Allradmodus sind es 135. In Verbindung mit dem elektrifizierten Achtstufen-Automatikgetriebe soll der nach dem realistischeren WLTP-Messzyklus ermittelte Spritverbrauch zumindest laut Datenblatt im Mix nur 1,3 Liter, der Stromverbrauch maximal 15,5 Kilowattstunden betragen. Die rein elektrische Reichweite findet sich mit rund 60 Kilometern in der Liste. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts- und Landstraßen- sowie etwas zügigeren Autobahnfahrprofilen 4,7 Liter und 16,8 Kilowattstunden angezeigt. Die Batterie verfügt über 13,2 Kilowattstunden Speicherkapazität. Je nach Anschluss gibt Peugeot die Ladedauer mit unter drei bis sieben Stunden an.    

Ein Benziner und gleich zwei Elektromotoren arbeiten zusammen. Blick ins moderne Cockpit.

Dynamik & Sicherheit

Mit seiner Dreifach-Kraft schiebt dieser leer doch bis zu 2016 Kilo schwere 3008, der Lasten bis 1250 Kilo zihen kann, ordentlich voran. Das Fahrwerk mit spezieller Feder/Dämpfer-Einheit federt ausreichend komfortabel, erlaubt aber auch dynamischeres Unterwegssein. Mit Elektro, Hybrid, Sport und Allrad stehen gleich vier verschiedene Fahrprogramme zur Verfügung. Die Funktionen Brake und e-Save dienen zur Rückgewinnung von Energie beim Loslassen des Gaspedals und zur Aufbewahrung rein elektrischer Reichweite für 10, 20 Kilometer oder für die vollständige Ladekapazität. Allrad und erhöhte Bodenfreiheit erlauben bei Bedarf selbst Ausflüge ins leichtere Gelände. Unter anderem Frontkollisionswarner, Tempomat samt Begrenzer, Spurhaltehilfe und Verkehrsschilderkennung tragen zum Standard-Insassenschutz bei.    

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit der Modellkennung hinten.

Serie & Extras

Vier Ausstattungen gibt es mit GT als höchste davon. Bei Allure, auf dem GT aufbaut, gehören neben Zweizonen-Klimaautomatik, Audioanlage, Einparkhilfe und Multifunktionstouchscreen mit Achtzoll-Farbbildschirm etwa auch schon aktive Totwinkelassistenz, Einparkhilfe, Vernetzung, Smartphone-Einbindung, Müdigkeitswarner und Spurhaltehilfe mit Lenkeingriff zum Grundumfang. GT selbst umfasst Voll-LED-Paket, schwarzes Dach, Dachreling aus Aluminium, Navigation, Rückfahrkamera mit 180-Grad-Umgebungsansicht sowie 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 205er-Reifen. Aufpreispflichtige Sonderwünsche reichen hier etwa vom automatischen Geschwindigkeitsregler mit ergänzender Stopp-Funktion für 500 Euro über das Panoramadach für 1250 Euro bis hin zum Vollleder für 1800 Euro hinauf.        

Das Hybrid4-Gepäckabteil fasst nur 395 bis 1357 Liter. Und so sieht das kompakte SUV-Modell von der Seite aus.

Preis & Leistung

In diesem Fall 50 800 Euro für die Anschaffung sind wahrlich kein Schnäppchen. Dafür gibt es das gefällige Kompakt-SUV der Franzosen als alltagstaugliches Spitzenmodell mit moderner Technik, kraftvollem Antrieb, guten Fahrleistungen und umfangreicher Ausstattung einschließlich einer ganzen Armada von elektronischen Hilfen als Gegenwert. Ob es freilich wirklich 300 PS sein müssen, sei unterm Strich jedoch dahin gestellt. Ab 26 050 Euro ist der 3008 sonst noch als Turbobenziner mit 131 und 181 sowie ab 31 800 Euro als Turbodiesel mit ebenfalls 131 und 177 PS zu haben. Der mit 225 PS etwas schwächere Plug-in-Hybrid mit Frontantrieb beginnt bei 42 150 Euro.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Benziner, Elektromotor hinten, Elektromotor vorn. Hubraum: 1,6 Liter. Leistung Benziner/Elektromotor vorn/Elektromotor hinten: 147/200, 81/110, 83/112 kW/PS. Maximales Drehmoment: 300/320/166 Newtonmeter. Systemleistung: 220/300 kW/PS. Systemdrehmoment: 520 Newtonmeter. Beschleunigung: 5,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 240, Elektro-/Allradmodus 135 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch Benzin 4,7 Liter, 29-31 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 1,3 Litern Mixverbrauch, Testverbrauch Energie 16,8 statt wie angegeben 15,2-15,5 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Batterie: Lithium-Ionen. Kapazität: 13,2 Kilowattstunden. Elektrische Reichweite 57 bis 59 Kilometer. Ladedauer: Je nach Anschluss unter drei bis sieben Stunden. Grundpreis: 50 800 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

8. Juni 2020