Freitag, 15. November 2019

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Blinklicht

"Ich glaube, dass die Freiheit der Mobilität auch mit eine Grundlage der Demokratie ist."

Carlos Tavares, Chef des französischen PSA-Konzerns Peugeot Citroën, zu dem seit 2017 auch Opel zusammen mit der britischen Tochtermarke Vauxhall gehört, bei der Fahrvorstellung des neuen Peugeot 208 in Comporta in Portugal. Die Franzosen bieten die Neuauflage ihres kleinen Wagens jetzt nicht mehr nur als Benziner und Diesel, sondern erstmals auch in einer rein batterie-elektrischen Version als e-208 an. (gk)

Mercedes V-Klasse

Diesmal im Test als Reisemobil Marco Polo mit 239 PS

Von Thomas Kuwatsch/Life-Magazin

Mit Aufstelldach: Das Marco-Polo-Reisemobil baut auf der Mercedes-V-Klasse auf. Fotos: Kuwatsch

Wenn im Herbst auf den meisten Campingplätzen in Deutschland bereits die Winterpause angebrochen ist, sucht man sich besser eine etwas wärmere Region. Wir haben das jetzt im Rahmen eines Roadtrips über Paris und Bordeaux, dann an der französischen und spanischen Atlantikküste entlang und weiter nach Madrid mit der Marco-Polo-Reisemobil-Edition der Mercedes-V-Klasse in der Ausführung als 239-PS-Allradversion getan.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenstern, der vorn groß und mittig im Kühlergrill prangt.

Außen & Innen

Die 2019 aktualisierte Baureihe mit modifiziertem Diamantgrill und größerem Stern wirkt frischer und zeitgemäßer, ordnet sich optisch und fahrmäßig eher in die Kategorie Pkw als Kleinbus ein. Leichtmetallräder unterstreichen den wertig-eleganteren Auftritt. Das Aufstelldach kann elektrisch bedient werden. 2,35 Metern Stehhöhe erlauben, den solide integrierten Küchenblock mit Kühlschrank, Gasherd und Waschbecken bequem zu nutzen. Klappt man die auf Federelementen gelagerte Kaltschaummatratze herunter, stehen 2,05 mal 1,13 Meter Liegefläche zur Verfügung. Die umfangreich und leicht verstellbare 2er-Sitzbank im Heck lässt sich ebenfalls elektrisch zum Doppelbett mit fast identischen Maßen umbauen. Moderne LED-Leuchten dienen auf beiden Etagen als Lichtquelle. Der Schlafkomfort ist besser als erwartet. Vier Personen können ohne weiteres in der V-Klasse übernachten. Mit 1,99 Metern Höhe kann man mit ihr in jede übliche Tiefgarage fahren, kommt sogar unter vielen Begrenzungsbalken auf küstennahen Parkplätzen durch. 5,14 Meter Länge und 1,92 Meter Breite sind immer noch so kompakt, dass man selbst durch etwas schmalere Gassen und Baustellen fahren, in normale Lücken einparken kann.

Unter der Haube ist ein 239-PS-Turbodiesel am Werk. Im modernen Cockpit geht es übersichtlich zu.

Motor & Umwelt

Der nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d-Temp freigegebene, ausgesprochen durchzugsstarke und recht dynamische 2,0-Liter-Vierzylinder-Selbstzünder hat die über 4500 Kilometer anstandslos sowohl auf ausdauernden Autobahnetappen wie auf bergig-kurvigen Küstenstraßen absolviert. Er beschleunigt das Reisemobil in 8,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schafft bis 210 Stundenkilometer Spitze. Die komfortable Neunstufen-Automatik bringt beeindruckende 500 Newtonmeter Drehmoment unaufgeregt hier über alle vier Räder auf die Straße. Die in Verbindung mit der spritsparendn Stopp/Start-Technik zumindest im Datenblatt so angegebenen 6,7 Liter haben wir leider nicht erreicht. Wir sind laut Bordcomputer am Ende bei moderater Fahrweise auf etwa acht, bei zügigerem Unterwegssein doch auf deutlich mehr als zehn Liter gekommen.  

Selbst im Fond geht es recht geräumig zu. Der Küchenblock mit Herd ist solide integriert.

Dynamik und Sicherheit

Der Turbo schiebt das leer in diesem Fall immerhin 2,2 Tonnen schwere Reisemobil flott voran. Das zwischen Komfort und Sportlichkeit recht ausgewogene, spurstabile Fahrwerk gibt in den bequemen Frontsitzen trotz höherem Schwerpunkt ein sicheres Gefühl selbst unter extremeren Bedingungen. Der Permanentallrad verbessert mit der Traktion die Stabilität beim Fahren. Die durch den höheren Aufbau mögliche Wankneigung in zügigeren Kurven hält sich sehr in Grenzen. Die elektromechanische Lenkung gibt ausreichend direkte Rückmeldung. Die innenbelüfteten Scheibenbremsen  vorn und hinten verzogern standfest. Durch den Pkw-artigen Charakter des Basisfahrzeuges sind selbst höhere Geschwindigkeiten keine Qual, da sich auch die Lautstärke innen selbst bei über Tempo 200 angenehm zurückhält. Aufpreispflichtige Elektroniken wie Tempomat mit Bremsfunktion, Fernlicht- oder Notfallbremsassistenz tragen zum Insassenschutz bei. Die Spurhaltehilfe sendet lediglich Vibrationen ans Lenkrad, greift noch nicht aktiv ein.

Ausreichend Platz zum Schlafen ist vorhanden. Moderne Leuchteinheit hinten mit Modellschriftzug.

Serie und Extras

Im Grundpaket sind etwa schon sind Klimaautomatik, Aufstelldach,  Aufmerksamkeitsassistent und 17-Zoll-Räder mit 225er-Reifen enthalten. Das Fahrzeug verfügt über einen 38-Liter-Frischwasser- und einen 40-Liter-Abwassertank. Eine 2,7-Kilo-Gasflasche versorgt den zweiflammigen Herd. Der 40-Liter-Kühlschrank wird elektrisch durch die zusätzliche 12-Volt-Batterie für den Innenraum betrieben. Der Küchenblock verursacht selbst auf schlechten Straßen nur wenig Klappern. Das zusätzliche Beleuchtungspaket für den Innenraum empfiehlt sich genauso wie die über die Zentralelektronik vom Fahrersitz aus leicht steuerbare Standheizung. Wünschenswert wäre statt des mit 3700 Euro doch ziemlich teuren Comand-Onlinesystems das selbst im Sprinter verbaute für zeitgemäße Unterhaltung und Vernetzung. Die lange Liste möglicher Sonderwünsche reicht etwa vom Campingtisch inklusiver zweier Stühle für 430 Euro über das Subwoofer-Lautsprechersystem für 1294 Euro eben bis zum 4150 Euro teuren Allrad hinauf, so dass man wie im Fall unseres Testwagens schnell bei einem Endpreis von über 84 500 Euro landen kann.

Die große Heckklappe öffnet weit und hoch. Und so sieht das Reisemobil von der Seite aus.

Preis & Leistung

Die Anschaffung ist nicht billig. Der Listenpreis für die V-Klasse beginnt bei 30 631, der für den Marco-Polo-Horizon ohne Küchenblock, dafür mit 3er-Sitzbank bei 58 060 Euro. Das von uns getestete Modell ist ab 61 990 Euro zu haben, zeichnet sich dafür aber auch neben guter Verarbeitung durch viel Nutzwert aus. Einige Abstriche sind bei alltäglichen Handgriffen im Fahrzeug zu machen. In kleinen Fächern befindliche Dinge müssen oft mehrfach hin und hergeräumt werden. Und die aufwendig zu installierende Verdunklung für Front- und Seitenscheiben wird dem sonst hohen Niveau der Inneneinrichtung nicht ganz gerecht. Dennoch gelingt der Spagat zwischen Alltags- und Reisetauglichkeit für längere Strecken mühelos. Es gibt Marco-Polo-Fahrer, die vergleichen das Reisemobil sogar mit einem Schweizer Taschenmesser: Für jede Situation bestens gerüstet.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung: 176/239 kW/PS. Maximales Drehmoment: 500/1600-2400 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute Beschleunigung: 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 210 Stundenkilometer. Testverbrauch: 8,2 Liter pro 100 Kilometer, 172 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 6,7 Litern. Grund-/Testwagenpreis: 61 990/84 600 Euro.

KoCom/Fotos: Thomas Kuwatsch

4. November 2019

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