Montag, 29. November 2021

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Suzuki V-Strom

Diesmal im Test als 1050 XT mit 107 PS

Von Peter Hartwig/Life-Magazin

V-Strom-1050-XT-Boxenstopp in der Eifel mit der Nürburg im Hintergrund. Fotos: Greta Lollo

Die aktuelle V-Strom steht in der Tradition der großen Reise-Enduros aus dem Hause Suzuki und befindet sich in dieser Klasse im Wettbewerb mit den vergleichbaren Bikes von BMW, Honda und KTM.

Vorn & Hinten

Die V-Strom erscheint auf den ersten Blick imposant und massiv. Durch die bei der Testmaschine verbauten schwarzen Seitenkoffer, die massiven Motorschutzbügel und die wuchtige Abgasanlage vermittelt diese Suzuki schon im Stand die Botschaft: bin reisefertig und bereit für die große Fahrt! Der angedeutete „Entenschnabel“ über dem Vorderrad soll in der Tradition der DR Big stehen, die 1988 auf den Markt gekommen ist. Augenfälliger sind aber die schönen Speichenräder mit blau lackierten Drahtspeichen-Felgen, die dazu passende Sitzbank mit blauen Inserts oder die blauen Akzente am silberfarbenen Tank. Die wichtigsten Abmessungen und Gewichte in Kürze: 2,26 Meter lang, 94 Zentimeter breit, 1,46 bis 1,51 Meter hoch, Radstand 1,55 Meter, Sitzhöhe 82 bis 850 Zentimeter, fahrfertig 247 Kilo schwer, Zuladung 193 Kilo.

Der „Entenschnabel“ erinnert an die legendäre DR Big. Blick auf die Lenkereinheit.

Motor & Umwelt

Herzstück auch eines jeden Bikes ist der Motor, besonders bei der V-Strom. Deswegen stellte sich die Frage, ob der mächtige Zweizylinder nach der Ertüchtigung auf Euro-5 Qualitäten eingebüßt hat? Um es vorweg zu nehmen: Nein, hat er nicht! Mit 100 Newtonmetern und 107 PS ist der wassergekühlte Twin leistungsmäßig gut ausgestattet, obwohl die Konkurrenz auch höher motorisierte Versionen anbietet. Was diesen Motor auszeichnet, ist der gelungene Kompromiss aus gelassener Alltagstauglichkeit, der jederzeitigen Möglichkeit zur sportlichen Gangart und einem entspannten Fahrkomfort. Mit der V-Strom gelingt der tägliche Weg zur Arbeit, die ambitionierte Landstraßenhatz und die längere Autobahnpassage. Auch nach der elektronischen Aufrüstung im aktuellen Jahrgang auf „Ride-by-wire“ hängt der Motor sensibel am Gasgriff und liefert bei Bedarf spontanen, gleichmäßigen Durchzug bei insgesamt gehobener Laufkultur. Nicht ganz dazu passend, liefert die Auspuffanlage nur dezenten Sound, was Anwohner und Nerven schont. Der Verbrauch bei den Testfahrten pendelte sich bei knapp fünf Litern pro 100 Kilometern ein, wobei der Bordrechner die Angabe Kilometer pro Liter anzeigt, das heißt mit einem Liter Kraftstoff sind wir knapp 20 Kilometer weit gekommen. Die höchste Geschwindigkeit gibt Suzuki mit über 200 Stundenkilometern an, mit den Koffern plus Sozius ist die V-Strom laut Digitaltacho Tempo 208 gefahren.

Detailaufnahme auf dem Tacho. Auffällig sind die blau lackierten Drahtspeichen-Felgen.

Fahren & Sicherheit

Zur Sicherheit beim Fahren gehört zunächst eine anständige Sitzposition. Mit der höhenverstellbaren, aber leider etwas schmalen Sitzbank sitzt der Pilot aufrecht und mit guter Übersicht auf dem Motorrad, während die höhenverstellbare Scheibe einen angenehmen Windschutz bietet. Für meinen Geschmack könnten die Fußrasten noch tiefer montiert sein, bin aber auch mit langen Beinen ausgestattet. Beeindruckend und größtes Plus bei der V-Strom ist, wie leicht und präzise sich das Motorrad bewegen lässt. Beim Rangieren im Stand fallen die Kilos noch auf, während der Fahrt verblüfft der Twin jedoch mit problemlosem Handling. Die Kupplung gefällt mit leichtgängiger Dosierbarkeit, die Bremsen sprechen feinfühlig und fast zu spontan an, über den breiten Alulenker lassen sich Kurven mit der V-Strom leichtfüßig verfolgen. Die Bedienung im Cockpit erklärt sich problemlos von selbst, auch die Menüführung mit den Unterebenen der elektronischen Helfer über Tasten am linken Lenkergriff gelingt intuitiv. Die löbliche Unterstützung des Fahrers durch elektronische Helfer scheint im normalen Gebrauch bei trockenen Bedingungen fast schon überflüssig: Gleich drei Fahrmodi, stufenverstellbare Traktionskontrolle und regelbares ABS sorgen für ein erweitertes Sicherheitslevel bei schwierigen Bedingungen. Dass sich das ABS nicht komplett deaktivieren lässt, mag im härterem Geländeeinsatz ein Nachteil sein – aber wer nimmt mit der straßentauglichen Bereifung und bei dem Fahrzeuggewicht schon schwierige Offroad-Passagen in Angriff?

Marken-/Modellschriftzug an der Seite. Der 1037-Kubikzentimeter-Motor ist ein Zweizylinder.

Serie & Extras

Die V-Strom 1050 XT tritt serienmäßig mit einem Windschild an, das sich ohne Werkzeug in der Höhe verstellen lässt. Leider ist dies aber vonnöten, um die Sitzbank von 820 auf 870 Millimeter Höhe zu hieven. Auch für die Einstellung der Federvorspannung sowie der Druck- und Zugstufe der Upside-Down-Gabel bedarf es Werkzeug. Das hintere Federbein lässt sich per Handrad vorspannen. Im Cockpit dominiert ein großes LC-Display, das reichlich Infos liefert. Eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone – wie es moderne TFT-Displays können – bietet der V-Strom allerdings nicht an. Dennoch kann sich die elektronische Ausstattung sehen lassen: Ein Dreiachsen-Sensor mit sechs Eingangsparametern überwacht das Motorrad permanent und ermöglich unter anderem Kurven-ABS, dreistufige Traktionskontrolle, Tempomat, Berganfahrhilfe und Bremsdruckkontrolle bei Bergabfahrten. Die Motorcharakteristik lässt sich über drei Fahrmodi den aktuellen Witterungsbedingungen anpassen. Dabei wirkt sich nur das C-Level auf die Ausgangsleistung aus. Das Zubehörprogramm von Suzuki hält einige Interessante Angebote bereit. Zum Beispiel den schwarzen Alukoffer (699 Euro) und den dafür notwendige Seitenträger (399 Euro), Alu-Topcase samt Halterung (579 Euro), Aluminium-Unterfahrschutz (285 Euro) und Motorbügel (347 Euro). Dass für einen Hauptständer aber 277 Euro Aufpreis fällig sind, ist happig.

Mit den Gepäckkoffern wirkt das Suzuki-Bike in die Breite und sieht so von der Seite aus.

Preis & Leistung

Suzuki bietet die V-Strom 1050 XT ab 14 490 Euro an, womit sie sich in etwa auf dem Niveau der Konkurrenz bewegt, aber viel Gegenwert bietet, zumal die XT – im Gegensatz zur Gussfelgen-Version – mit ihren Drahtspeichen-Felgen auch geländetauglich ist, ordentliche Enduro-Reifen vorausgesetzt. Diese Maschine hat sich als Tourenbegleiterin längst einen guten Ruf erarbeitet, ist zuverlässig. In aktueller Version präsentiert sich Suzukis große Reise-Enduro besser denn je.

Datenblatt

Motor: Zweizylinder-V-Motor. Hubraum: 1037 Kubikzentimeter. Leistung: 79/107 kW/PS bei 8500 Umdrehungen pro Minute. Maximales Drehmoment: 100 Newtonmeter bei 6000 Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 3,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 205 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 5,0 Liter pro 100 Kilometer, laut weltweitem Motorrad-Testzyklus 115 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenem Mixverbrauch von 4,8 Litern. Abgasnorm: Euro-5. Grundpreis 14 490 Euro.

KoCom/Fotos: Greta Lollo

22. Oktober 2021