Montag, 29. November 2021

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"999"

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Alfa Romeo Giulia

Diesmal im Test als 190-PS-Turbodiesel Lusso Ti

Von Günther Koch/Life-Magazin

Alfas Sportlimousine Giulia fährt seit 2020 modellgepflegt vor. Fotos: Koch

Lang ist’s her. Da war Alfa Romeo Giulia und Giulia umgekehrt Alfa Romeo. Seit fünf Jahren haben die Italiener sie wieder im Programm, treten mit ihrer Sportlimousine nicht nur gegen die vergleichbaren Audi A4 und Mercedes C-Klassen, sondern fahrdynamisch vor allem gegen den BMW 3er an. Wir haben Alfas Mittelklasse-Pkw jetzt als Diesel unterhalb des stärkeren Selbstzünders mit Automatik in Lusso-Ti-Ausführung zur Probe gefahren. 

Außen & Innen

Giulia-Geschichte geht bis 1959 zurück. Damals ist erstes Modell mit diesem Namen („Julia“) gebaut worden. Dem Coupé folgen Limousine, Cabrio und Gran Turismo. Neue Giulia gibt‘s seit 2016. Läuft im italienischen Cassino vom Band. Basiert auf Giorgio genannter Plattform, auf der auch der Stelvio-SUV entsteht. 2020 modellgepflegt. 4,64 Meter lang. 1,84/2,02 Meter breit. 1,43 Meter hoch. Radstand 2,82 Meter. Kofferraum 480 Liter. Viertüriger Fünfsitzer. Gelungenes sportliches Äußeres mit großem Scudetto-Kühlergrill. Eigentlich das Erkennungszeichen der Marke. Auch innen entsprechende Akzente. Verarbeitung und Anmutung können überzeugen. Vorn geräumig. Im Fond, was Beinfreiheit betrifft, etwas beengter. Sicht nach hinten könnte besser sein. Cockpit recht übersichtlich gestaltet. Bedienung nach kurzer Eingewöhnung rasch im Griff. Aber Schaltpaddel am Lenkrad fehlen bei Automatikversion.

Der große Scudetto-Kühlergrill mit dem Markenlogo oben dominiert die Frontpartie.  

Motor & Umwelt

Vierzylinder-Turbodiesel. Abgasnorm Euro-6d. 2,1 Liter Hubraum. 190 PS. Maximal 450 Newtonmeter Drehmoment schon relativ früh ab 1750 Touren. In 7,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. 230 Stundenkilometer Spitze. Hinterradantrieb. Achtstufen-Automatik. Mixverbrauch nach WLTP zumindest laut Datenblatt 4,8-5,4 Liter pro 100 Kilometer. Testverbrauch sogar nur 4,6 Liter nach zweiwöchigem Standardtest mit normalen Orts-, Landstraßen- und Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne größere Lastwechsel.   

Unter der Haube ist ein Vierzylinder am Werk. Im Cockpit geht es ziemlich übersichtlich zu.

Fahren & Sicherheit

Diesel könnte noch ruhiger laufen. Schiebt diesen leer 1540 Kilo schweren Alfa dank Durchzugsstärke aber druckvoll voran. Automatik wechselt spontan und geschmeidig die Gänge. Über Fahrdynamikregelung ist Giulia normal, dynamischer oder sparsamer einstellbar, wobei schon Grundauslegung zwar sportlicher ist, es mit Härte aber nicht übertreibt und das sehr gut ausbalancierte Fahrwerk noch recht komfortabel federn lässt. Im Testwagen war als Option sogar Aktivfahrwerk mit elektronischer Stoßdämpferregelung verbaut. Elektrische Servolenkung gibt direkte Rückmeldung von der Straße. Bremsen, innenbelüfte Scheiben vorn und hinten, sorgen für standfeste Verzögerung. Unter anderem Rückfahrkamera, Kollisionswarner, autonome Notbremsfunktion und Spurhaltehilfe erhöhen Sicherheit schon im Basismodell.

Heck-/Seitenansicht des viertürigen Fünfsitzers. Der Kofferraum fasst 480 Liter. 

Serie & Extras

Fünf Ausstattungen. Lusso Ti ist die über der Einstiegsversion. Alle Giulia haben bereits Siebenzoll-Fahrerinformationsdisplay, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment, 8,8-Zoll-Touchscreen, Digitalempfang, Smartphone-Einbindung, Cruise Control und abgeflachtes Lenkrad mit Motorstartknopf an Bord. 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 225/255er-Reifen (194 Euro), Sitzheizung hinten (341 Euro), Bi-Xenon-Scheinwerfer (877 Euro), Metalliclack (926 Euro), Aktivfahrwerk mit elektronischer Dämpferverstellung (1169 Euro) und Assistenzpaket (2924 Euro) mit aktiver Totwinkel-, aktiver Spurhalte-, dazu Aufmerksamkeits-, Stau-, Autobahnassistenz, aktiver Cruise Control, Verkehrszeichenerkennung und Tempokontrolle haben Testwagen-Grundpreis nochmals um 6434 auf 49 324 Euro erhöht.

Der Modellschriftzug hinten. Und so formschön sieht die Sportlimousine von der Seite aus.

Preis & Leistung

Wer sich an Premium messen will, hat auch Preise, die in diese Richtung gehen. In diesem Fall ab mindestens 42 890 Euro. Rassige Giulia lebt vor allem von formschöner Emotion, Antrieb und einstigem Ruhm der Marke. Sie sollte Alfa zusammen mit 2017 gestartetem Stelvio, Alfas erstem SUV, eigentlich neues Leben einhauchen. Ist aber nur bedingt gelungen. Denn danach kamen bislang keine neuen Modelle mehr. Zudem hat Konkurrenz zusätzlich, für Kombiland Deutschland nicht ganz unwichtig, nutzwertigeren Kombi im Programm. Baureihe beginnt preislich bei 42 500, geht hoch bis ab 86 000 Euro. Sonst noch drei Turbobenziner mit 200, 280 und 510 sowie weiterer Diesel mit 210 PS. Gerade sind, was die Giulia betrifft, die 300 Stundenkilometer schnellen Spitzenmodelle GTA/GTAm mit 540 PS aktuell.    

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 2,1 Liter. Leistung 140/190 kW/PS. Maximales Drehmoment: 450/1750 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 7,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 230 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 4,6 Liter pro 100 Kilometer, nach WLTP 126-142 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 4,8 bis 5,4 Litern Mixverbrauch. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis Testwagen: 42 890, mit Sonderausstattungen 49 324 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

21. Juli 2021