Samstag, 19. September 2020

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  • GALERIA AUTO Mit elektronischer Kupplung: Kia lässt Handschalter präziser "segeln". Foto: Kia
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  • GALERIA AUTO Größere Spreizung: VW reicht beim neuen Golf schon GTI nach. Foto: VW
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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

Weicher gezeichnet

Toyota hat C-HR aufgefrischt / Zweiter Hybridantrieb mit 184 PS ist neu / Einführung Ende Januar

Von Günther Koch/Life-Magazin

Toyotas kompaktes SUV-Coupé C-HR weist ein ungewöhnliches Design auf. Fotos: Koch

Cascais – Er soll gar nicht jedem gefallen! Sein Äußeres polarisiert. Auch mit dem Nissan Juke, der ähnlich aussieht, aber kleiner ist, tun sich deshalb wohl manche schwer. Modelle von Toyota fahren mit wenigen Ausnahmen vom Design her eher asiatisch-zurückhaltend vor. Ganz anders der bei uns 2017 eingeführte kompakte C-HR: Er fällt auf – und das soll er auch! Die Japaner haben ihm jetzt, vorgestellt gerade im portugiesischen Cascais, einen zweiten Hybridantrieb spendiert, mit dem der Crossover ab 25. Januar zum Einstiegspreis ab 32 790 Euro bei den Händlern steht; die Baureihe selbst beginnt bei 26 290 Euro. 

Robusteres Erscheinungsbild

Das Auto: Das in der Türkei gefertigten SUV-Coupé mit nunmehr wenigstens etwas weicher gezeichneten Linien, solide verarbeitet, für die untere Mittelklasse standesgemäß anmutend, 4,39 Meter lang, Radstand 2,64 Meter, im Fond noch relativ geräumig, Kofferraum 377, bei der neuen Motorisierung nur 358 Liter und nicht ganz so praktisch, baut auf der Globalplattform auf, die den Japanern beim Design, beim Antrieb und der Fahrdynamik mehr erlaubt. Zum robusteren Erscheinungsbild des Crossovers tragen die äußeren Wölbungen an der Motorhaube, deutlicher hervorstehende Radhäuser, schwarze Schwellerverkleidungen, höhere Bodenfreiheit und das nach wie vor etwas ungewöhnlich gestaltete, dennoch kraftvoll wirkende Heck bei. Die Sicht nach hinten bleibt eingeschränkt. Die Bedienung im modern gestalteten, aber doch etwas zerklüfteten Cockpit ist nach kurzer Eingewöhnung rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie des fünftürigen Fünfsitzers mit dem mittig platzierten Markenlogo vorn. 

Wichtige Produktneuerungen

Die Ausstattung: Gleich fünf davon gibt es. Es sind dies Flow, Business Edition, Team Deutschland (mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio), Style, Lounge und Orange Edition. Unter anderem Safety-Sense-Sicherheitspaket, Zweizonen-Klimaautomatik, Multimediasystem, Digitalradio, Rückfahrkamera, Lederlenkrad, Spurhalteassistenz, Adaptivtempomat, Verkehrsschilderkennung und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215er-Reifen gehören bereits zum Grundumfang. Bei den höheren Lines kommen etwa Navigation, weitere elektronische Assistenzen, Leder und 18-Zöller mit 255er-Reifen hinzu. LED-Scheinwerfer mit Adaptiv-/Kurvenlicht, LED-Rückleuchten mit sequentiellen Blinkern, volle Smartphone-Integration durch Apple CarPlay und Android Auto sowie in den Spitzenversionen zusätzlich Einparkhilfe mit automatischer Bremsunterstützung und Querverkehrsassistenz sind ebenfalls Teil der wesentliche Produktneuerungen neben den rein motortechnischen.

Unter der Haube arbeitet ein 2,0-Liter-Benziner mit Elektroantrieb. Blick ins etwas zerklüftete Cockpit.

Mit kräftigerer Dynamic Force

Der Antrieb: Für den steht nach dem herkömmlichen 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 116 PS und dem weiterentwickelten 1,8-Liter-Hybridbenziner mit 122 PS künftig ebenso ein 2,0-Liter-Hybridbenziner mit 184 PS zur Wahl. Der, eingestuft schon nach der noch strengeren Abgasnorm Euro-6d, weist mit 41 Prozent eine der besten thermischen Effizienzen auf, beschleunigt den leer in diesem Fall bis 1525 Kilo schweren Toyota mit Doppelherz-Kraft aus Verbrenner plus Elektroantrieb und Zusatzbezeichnung Dynamic Force in 8,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, macht ihn in der Spitze bis zu 180 Stundenkilometer schnell. Ein Planetengetriebe überträgt die Kraft auf die vorderen Räder. Der Verbrauch findet sich nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren im Mix je nach Rädern mit 5,5-5,2 Litern so zumindest im Datenblatt. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts-, spritzigeren Landstraßen- und eher moderaten Autobahnfahrprofilen 5,8 Liter angezeigt.  

Moderne Leuchteinheit mit Modellkennung hinten. Das Heck ist ungewöhnlich gestaltet.

Spürbar flotteres Fahrgefühl

Das Fahren: Der deutlichere Leistungszuwachs geht in der Tat einher mit einem flotteren Fahrgefühl, indem sich die Kraft spürbar dynamischer entfaltet. Das sportliche Fahrwerk federt dabei immer noch ausreichend komfortabel. Der leicht nach hinten gekippte Motor erhöht die Bodenhaftung. Der tiefere Schwerpunkt sorgt für ziemlich leichtfüßig-agiles Fahrverhalten. Die Wankneigung bleibt gering. Das optimierte Aufhängungssystem trägt zu einem genauso sicheren wie weitgehend präzisem Handling bei. Die elektrisch unterstützte Lenkung gibt ausreichend direkte Rückmeldung von der Straße. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. Die überarbeitete Federung hält Geräusche und Vibrationen besser vom Innenraum fern; es geht innen jedenfalls leiser zu. Trotz 50 Prozent Leistungszuwachs soll sich der neue Hybrid mit kleinerer, leichterer und stärkerer Batterie nur zehn Prozent mehr Sprit genehmigen.

Das Gepäckabteil fasst hier nur 358 Liter. Und so sieht das ungewöhnliche SUV-Coupé von der Seite aus.

Lifestyle mit hoher Eroberung

Alles in allem: Der C-HR tritt in der unteren Mittelklasse an. Acht von zehn Exemplaren besitzen einen Hybridantrieb. Laut Toyota weist der Lifestyler mit 55 und 68 Prozent mit die höchsten Eroberungsraten der Marke in Deutschland und Europa auf. Das Außendesign ist aufgefrischt, das Interieur verfeinert, die Anmutung insgesamt wertiger geworden. Mit dem kraftvolleren zweiten Hybrid gehen die Japaner offenkundig auf den Wunsch nach mehr Leistung ein, sehen in dem 2,0-Liter bei uns mit rund der Hälfte zudem in Zukunft sogar die Volumenmotorisierung in der Baureihe. Coupé-High Rider hin oder her – davon jedenfalls leitet sich die Abkürzung C-HR des Crossover-Modells ab.   

Datenblatt
Motor: Ein Vierzylinder-Turbobenziner, zwei Vierzylinder-Hybrid. Hubraum: 1,2, 1,8, 2,0 Liter. Leistung: 85/116 sowie im System 90/122 und 135/184 kW/PS. Maximales Drehmoment: 185 sowie im System 163 und 202 Newtonmeter. Beschleunigung: 10,9, 11,0, 8,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 190, 170, 180 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Toyota Mixverbrauch 6,9-6,8, 4,9-4,8, 5,3-5,2 Liter pro 100 Kilometer, 155-154, 110-109/111-109, 119-118/120-118 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 26 290 bis 28 890 Euro (Turbobenziner), 29 140 bis 35 690 Euro (1,8-Liter-Hybrid), 32 790 bis 38 690 Euro (2,0-Liter-Hybrid). 

KoCom/Fotos: Günther Koch

8. November 2019