Freitag, 15. November 2019

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  • GALERIA AUTO: Der Achte! VW stellt bei statischer Weltpremiere den neuen Golf vor. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO: Für Sie gefahren: Der neue Mitsubishi ASX. Foto: Günther Koch
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Blinklicht

"Ich glaube, dass die Freiheit der Mobilität auch mit eine Grundlage der Demokratie ist."

Carlos Tavares, Chef des französischen PSA-Konzerns Peugeot Citroën, zu dem seit 2017 auch Opel zusammen mit der britischen Tochtermarke Vauxhall gehört, bei der Fahrvorstellung des neuen Peugeot 208 in Comporta in Portugal. Die Franzosen bieten die Neuauflage ihres kleinen Wagens jetzt nicht mehr nur als Benziner und Diesel, sondern erstmals auch in einer rein batterie-elektrischen Version als e-208 an. (gk)

À la française

Alpine legt beim Spaßmobil A110 mit 292 PS starker S-Variante sportlich noch eine Schippe drauf

Von Günther Koch/Life-Magazin

Alpine 110, hier in der neuen S-Version, die noch sportlicher ist. Fotos: Koch

Estoril – Noch vor Jahresende will die zu Renault gehörende, erst 2017 wiederbelebte Sportwagenmarke Alpine ihre mittlerweile dritte A110-Variante ausliefern. Sie tritt, gerade auf der Rennstrecke und im Hinterland von Estoril in Portugal vorgestellt, mit der Zusatzbezeichnung S zum Einstiegspreis ab 66 000 Euro im Umfeld etwa von Alfa Romeo 4C, BMW Z4, Audi TT RS, Mercedes SLC oder Porsche Boxster/Cayman an.

Zweisitziges Mittelmotor-Coupé

Das Auto: Beim A110, der sich mit seinem Zwei- beziehungsweise Vier-Augen-Gesicht optisch an die ursprünglichen Berlinette-Modelle aus den 1960er-Jahren anlehnt, handelt es sich um ein zweisitziges Mittelmotor-Coupé, sauber verarbeitet, für die Mittelklasse wertig anmutend, 4,18 Meter lang, Radstand 2,42 Meter, Kofferraum vorn/hinten 96/100 Liter. Der S baut mit 1,24 Metern noch etwas flacher, bringt leer bloß 1114 Kilo auf die Waage. Niedrigere Bodenfreiheit sowie als aufpreispflichtige Optionen dunkelgraue Mattlackierung und Karbonglanzdach sollen den noch sportlich-exklusiveren Charakter betonen, mit dem die Franzosen auch innen entsprechende Akzente setzen. Schade, dass die guten Seitenhalt bietenden Schalensitze nur längs, nicht in der Höhe verschiebbar sind. Im aufgeräumt wirkenden, weitgehend schnörkellosen Cockpit mit Multifunktionssportlenkrad, Kippschaltern, digitalem Kombiinstrument und Zentraldisplay, das aber nur ein relativ kleines Bild zeigt, ist die Bedienung sonst rasch im Griff. Die Sicht nach hinten könnte besser sein.

Blick auf die flache Frontpartie. Der Tankdeckel mit A(lpine)-Kürzel sitzt an der Seite vorn rechts. 

Nach dem Pure und dem Légende

Die Ausstattung: Als ab 55 300 Euro teurer Pure fährt der A110 gewichtsoptimiert puristischer, als Légende ab 59 200 Euro luxuriöser vor. Beim S gehören etwa schon Voll-LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Audio-/Multimediasystem, Navigation, Smartphone-Kopplung, Siebenzoll-Touchscreen, Leistungs-, Drehmoment-, Temperatur-, Ladedruck-Anzeige, Leder/Dinamica-Rennsitze, Leder/Dinamica-Lenkrad mit orangefarbenen Ziernähten und 12-Uhr-Markierung, dann Aluminiumpedale, Tempomat samt Begrenzer, Einparkhilfe, aktive Sportabgasanlage mit Ventilklappe zur Regelung des Motorklangs je nach Drehzahl und ausgewähltem Fahrmodus, Diffusor mit Rippen hinten sowie 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 215/245er-Reifen zum Grundumfang. Details wie Sicht-, Ablagepaket, Rückfahrkamera oder spezielle Ledersportsitze mit Karbonverkleidung kosten extra.

Das kleinere 96-Liter-Stauabteil des Mittelmotor-Coupés befindet sich vorn. Blick ins sportliche Cockpit.

1,8-Zylinder-Vierzylinder-Turbobenziner

Der Antrieb: Der nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d-Temp eingestufte 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit in diesem Fall 292 und damit 40 PS mehr sowie 320 Newtonmetern über ein breites Drehzahlband von 2000 bis 6400 Touren beschleunigt den Leichtbau-Alpine, dessen Karosserie und Chassis fast ausschließlich aus Aluminium bestehen, in 4,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, macht ihn in der Spitze bis zu 260 Stundenkilometer schnell. Eine sehr gut abgestufte Siebengang-Doppelkupplungsbox mit drei runden Bedientasten in der Mittelkonsole überträgt die Kraft auf die hinteren Räder. In Verbindung damit geben die Franzosen den Verbrauch zumindest im Datenblatt mit nur 6,4 Litern an, was bei der Konzeption dieses Spaßmobils, zumal wenn man es ambitionierter bewegt, freilich bloß einen mehr theoretischen Wert darstellen dürfte. Bei uns hat der Bordcomputer jedenfalls am Ende nach normalen Orts- und etwas flotteren Landstraßenfahrprofilen schon ohne Rennstrecke und Autobahn 9,8 Liter angezeigt.  

Über diese Rundtasten ist die Automatik bedienbar. Der größere 100-Liter-Kofferraum sitzt hinten.

Mit überaus agilem Fahrgefühl

Das Fahren: Der Turbo schiebt den Alpine spritzig voran, vermittelt dabei ein überaus agiles Fahrgefühl, wozu neben kompakten Abmessungen, niedrigem Schwerpunkt und 3,8 Kilo Leistungsgewicht pro PS auch die mit 44:56 fast hälftige Lastverteilung zwischen vorn und hinten beiträgt. Das Sportfahrwerk baut auf Achsen mit Doppelquerlenkern und verstärkten Stabilisatoren auf. Die spezifischen Dämpfer- und Stabilitätseinstellungen reichen vom etwas komfortableren Federn selbst auf schlechteren Straßen bis hin zur Möglichkeit, den elektronischen Schleuderschutz ganz abzuschalten. Drei Fahrmodi sind wählbar von Normal über Sport bis hin zur nachgeschärften Rennstreckentauglichkeit Track. Die Hochleistungsbremsen packen standfest zu. Die Lenkung gibt präzise Rückmeldung von der Straße. Wer jedoch etwa in zügigeren Kurven mit den an der Lenksäule und nicht direkt am Lenkrad befestigten Paddel selber per Hand die Gänge der Automatik wechseln will, muss bei größerem Lenkeinschlag leider öfter nachgreifen.

Heck-/Seitenansicht des zweitürigen Zweisitzers. So sieht der kompakte Sportwagen von der Seite aus.

Noch weitere Modellreihen?

Alles in allem: Alltag kann die gut verpackte Alpine zwar auch, aber im Grunde ist sie auf sportliches Vergnügen à la française getrimmt. Der A110 wird in Dieppe im Norden Frankreichs in der Heimatstadt des 2007 verstorbenen Renault-Händlers und Rallyefahrers Jean Rèdélé gebaut, der die Sportwagenmarke 1955 gegründet und sie nach einem Sieg beim Alpenpokal ein Jahr zuvor benannt hat. Mit 74 Händlern ist Alpine aktuell auf 16 Märkten vertreten. Über 6000 A110-Einheiten sollen in zwei Jahren seit Wiederbelebung der Marke mit einer limitierten Erstauflage verkauft worden sein, immerhin mehr als doppelt so viele als vom Vorgänger von 1962 bis 1977. Elf Händler vertreiben aktuell in Deutschland den A110. Bis Ende 2019, rechnet der Renault-Importeur mit Sitz in Brühl bei Köln, könnten dann bei uns seit dem erneuten Marktstart 500 Einheiten vermarktet sein. Dass weitere Modellreihen nach der bislang einzigen folgen, dürfte nicht auszuschließen sein. Schließlich hat es auch einen A310 und sogar einen R5 Alpine schon gegeben.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner. Hubraum: 1,8 Liter. Leistung: 215/292 kW/PS. Maximales Drehmoment: 320 Newtonmeter bei 2000 bis 6400 Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 4,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 260 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Alpine Mixverbrauch 6,4 Liter pro 100 Kilometer, 144 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 66 000 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

23. Oktober 2019

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