Montag, 9. Dezember 2019

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Blinklicht

"Ich glaube, dass die Freiheit der Mobilität auch mit eine Grundlage der Demokratie ist."

Carlos Tavares, Chef des französischen PSA-Konzerns Peugeot Citroën, zu dem seit 2017 auch Opel zusammen mit der britischen Tochtermarke Vauxhall gehört, bei der Fahrvorstellung des neuen Peugeot 208 in Comporta in Portugal. Die Franzosen bieten die Neuauflage ihres kleinen Wagens jetzt nicht mehr nur als Benziner und Diesel, sondern erstmals auch in einer rein batterie-elektrischen Version als e-208 an. (gk)

Gib (Erd-)Gas!

Seat setzt weiter auf sonst eher weniger verbreiteten Alternativantrieb / Jetzt auch mit Arona

Von Günther Koch/Life-Magazin

Viertes Seat-Erdgasmodell: Kompakt-SUV Arona mit 90 PS. Fotos: Koch/Seat

Keitum – Noch immer halten sich Vorbehalte gegenüber komprimiertem Erdgas als alternativem Kraftstoff. „Zu Unrecht“, finden Johannes Fleck, der bei Seat in Deutschland den Bereich Produkt, Planung und Strategie leitet, und Birgit Wöber vom Münchner Informationsportal „gibgas“ bei der Fahrvorstellung der aktuellen Erdgas-Modellpalette der spanischen Volkswagen-Tochtermarke gerade auf Sylt.

Weniger Schadstoffe

Demnach stoßen derart betriebene Motoren bis zu 25 Prozent weniger Kohlendioxid aus, bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide, im Vergleich zum Diesel 50, zum Benziner sogar 99 Prozent weniger Rußpartikel. „Entgegen manch unbegründeter Befürchtung“ sei CNG zudem eine „sichere Sache“. So herrsche im Alltagsbetrieb in den Tanks, denen auch winterliche Temperaturen nichts anhaben könnten, maximal ein Druck von etwa 200 bar, zugelassen seien sie mit bis zu 600 bar jedoch für die dreifache Belastung.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo mittig im Kühlergrill.

Sauberere Verbrennung

CNG ist ein Naturprodukt, besteht überwiegend aus Methan und anderen Kohlenwasserstoffen, verbrennt weitgehend sauber, muss nicht erst aufwendig aufgearbeitet werden, ist als erneuerbarer Energieträger verfügbar, während selbst synthetisches Methan, gewonnen im Zuge eines Verfahrens, bei dem sich überschüssiger Ökostrom nutzen lasse, eine vollwertige Alternative darstelle – „und das sogar klimaneutral“. Die Wartung erweist sich laut Fleck nicht als intensiver als bei Diesel oder Benziner. Selbst Zündkerzen oder Filter müssten nicht öfter ausgetauscht werden. Lediglich die Dichtheit der Gasanlage sei vor jeder TÜV-Untersuchung zu überprüfen. 

Ein einziger Motor reicht für Erdgas- und Benzinbetrieb. Das Cockpit ist unverändert geblieben.

Niedrigere Betriebskosten

CNG-Fahrzeuge sind steuerlich begünstigt, werden in etwa derselben Preiskategorie verkauft wie Diesel oder Benziner. Weil komprimiertes Erdgas aufgrund seines höheren Energiegehalts effizienter verbrennt als herkömmlicher Sprit, sind die Betriebskosten niedriger. In der Praxis rechnet Wöber mögliche Einsparungen von 30 Prozent im Vergleich zum Diesel- und 55 Prozent im Vergleich zum Benzinbetrieb vor.

Blick auf die Heckpartie mit dem Modellschriftzug auf der Klappe zum Kofferraum.

Vorher schon Ibiza und zweimal Leon

Seat hat von Volkswagen eine Vorreiterrolle im Konzern bei der Weiterentwicklung von CNG-Technologien zugewiesen bekommen, während andere Hersteller sich für flüssiges Autogas als Alternative entschieden haben. Vier Seat finden sich derzeit im Programm, die sich neben Benzin auch mit Erdgas fahren lassen. Es sind dies der kleine Ibiza (1,0-Liter-TGI, 90 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, Verbrauch 3,3 Kilo Erdgas, ab 17 510 Euro), der kompakte Leon als Fünftürer (1,5-Liter-TGI, 130 PS, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Verbrauch 3,7 Kilo Erdgas, ab 25 350 Euro) und als Kombi (1,5-Liter-TGI, 130 PS, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Verbrauch 3,7 Kilo Erdgas, ab 26 550 Euro) sowie jetzt auch als erstes CNG-Kompakt-SUV der Arona (1,0-Liter-TGI, 90 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, Verbrauch 3,3 Kilo Erdgas, ab 19 820 Euro).

Das Gepäckabteil des Erdgas-Arona fasst 282/1162 Liter. TGI steht für die Benzin/Erdgas-Motoren.

Ausgleich beim Kauf bis Ende Juni

Bis Ende Juni 2019 gleicht Seat übrigens die Differenz beim Kaufpreis gegenüber einem vergleichbaren Benziner aus. Auch für die 1,0-Liter-TGI kündigt das Unternehmen an, bis zur Jahresmitte die rund 1000 Euro Preisunterschied zu übernehmen.

Seat-Erdgasquartett mit (von links) Leon Fünftürer, Arona, Ibiza und Leon Kombi. Erdgas rechnet sich.

Stärkerer Motor und dritter Tank

Der neue Motor der beiden Leon leistet mehr und beschleunigt flotter. Ein dritter Tank hilft, überall die Reichweite im reinen CNG-Betrieb zu erhöhen, beim Leon zum Beispiel auf bis zu 440 Kilometer, aus denen durch das automatische Umschalten von Erdgas auf Benzin deutlich mehr als 550 ohne Tankstopp werden können. Mit 9,0 Litern ist aber auch der Benzintank kleiner. Und in der Regel liegt bei erdgasbetriebenen Fahrzeugen der Benzinverbrauch etwas höher. Hinzu kommt: Das Kofferraumvolumen verringert sich, beim Ibiza von 355/1165 auf 262/1072, beim Leon Fünftürer von 380/1210 auf 275, beim Kombi von 587/1470 auf 482, beim Arona von 400/1280 auf 282/1162 Liter.

Tankstellennetz soll wachsen

Das Kombiinstrument zeigt an, wenn sich das Fahrzeug im CNG-Modus befindet. Für beide Erdgastanks sind Kraftstoffanzeigen vorhanden. Ist das Gas aufgebraucht, schaltet das System automatisch auf Benzin als Reserve um. In Sachen Leistung, Fahrdynamik und Fahrgefühl stehen die CNG-Modelle, die im Gegensatz etwa zu Plug-in-Hybriden mit einem einzigen Motor auskommen, ihren rein benzinbetriebenen Pendants in der Tat in nichts nach. Und was das Erdgas-Tankstellennetz betrifft, soll das zumindest nach Vorstellungen des Konzerns bei uns bis 2025 von derzeit 900 auf bis zu 2000 wachsen.

KoCom/Fotos: Günther Koch/Seat

28. Mai 2019

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