Montag, 17. Februar 2020

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Blinklicht

"Wir sehen Tempo 180 nicht als negativen, sondern als positiven Punkt an ... Volvo-Fahrer sind keine Rennfahrer."

Olaf Meidt, der Sprecher von Volvo Deutschland, im Rahmen des Wintertests des neuen Kompakt-SUV XC40 Plug-in-Hybrid in Berchtesgaden über die Sicherheitsvision und Nachhaltigkeitsstrategie der Schweden, die planen, ab der Mai/Juni-Produktion 2020 die höchste Geschwindigkeit bei Volvo-Modellen ab Werk auf 180 Stundenkilometer zu begrenzen und darunter eine "Absicherung" verstehen. (gk)

Souveräne Größe

Seat steigt mit seinem neuen Tarraco nun ebenfalls noch in den Markt der großen SUV ein

 Von Günther Koch/Life-Magazin

Seat Tarraco, hier als fünfsitziger 190-PS-Turbodiesel Xcellence. Fotos: Koch

Barcelona – Was andere, ebenfalls im Konzern, können, kann Seat auch! Die spanische Volkswagen-Tochtermarke führt im Februar mit dem gerade in Barcelona vorgestellten Tarraco, benannt nach der römischen Bezeichnung für die Stadt Tarragona in Katalonien und ausgewählt nach einer öffentlichen Abstimmung mit mehr als 140 000 Teilnehmern, sein großes SUV-Modell ein. Es tritt als Fünf- oder Siebensitzer an. Der Einstieg beginnt bei 29 980 Euro. Schwestermodelle sind Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace. Andere vergleichbare Konkurrenten reichen etwa von Hyundai Santa Fe über Kia Sportage, Mitsubishi Outlander und Nissan X-Trail bis hin zum Renault Koleos.

Überaus geräumig

Das Auto: Bei dem gefälligen und überaus geräumigen Tarraco, sauber verarbeitet, für die höhere Mittelklasse recht wertig anmutend, 4,73 Meter lang, Radstand 2,79 Meter, Kofferraum je nach Konfiguration 760/700 bis 1920 Liter, variablem Boden und relativ niedriger Ladefläche, handelt es sich nach dem kleinen Arona und dem kompakten Ateca schon um das dritte SUV der Spanier. Es läuft in Wolfsburg vom Band. Front und Heck weisen die Verwandtschaft auf Konzernebene aus. Auch innen alles wie gehabt bei Volkswagen. Man sitzt höher. Die Rundumsicht ist gut. Alle Bedienelemente finden sich da, wo sie hingehören. Die Eingewöhnung in die Digitalität des so auch übersichtlicheren Cockpits mit zwei acht und über zehn Zoll großen Displays ist rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie des neuen Seat. Das Markenlogo sitzt vorn mittig im Kühlergrill.

Mit Stil und Exzellenz

Die Ausstattung: Zwei Lines gibt es. Bei Style gehören Voll-LED-Scheinwerfer, Klimaanlage, Audiosystem, Vernetzung, Smartphone-Einbindung, Sprachsteuerung, Einpark- Spurhaltehilfe, Tempomat, Müdigkeitserkennung, Umfeldbeobachtung, Multifunktionslederlenkrad und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215er-Reifen schon zum Grundumfang. Bei der Xcellence sind Dreizonen-Klimaautomatik, Sport-Komfortsitze, Rückfahrkamera,  Parklenkassistenz, Ambientebeleuchtung, elektrische Heckklappe mit sensorgesteuertem Öffnen und Schließen sowie 19-Zöller mit 235er-Reifen Standard. Als Siebensitzer kostet der Tarraco 800 Euro mehr. Als weitere gegen Aufpreis erhältliche Elektronikhilfen sind Totwinkel-, Auspark-, Stau-, Notfallassistenz sowie Überschlags- und Verkehrszeichenerkennung. Seats DriveApp bietet personalisierbare Optionen. Zudem steht Alexa als virtuelle und sprachgesteuerte Assistenz zur Verfügung.

Unter der Haube hier ist der 190-PS-Diesel am Werk. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet.

Turbos mit 150 und 190 PS

Der Antrieb: In der Datenübersicht finden sich vier direkteinspritzende Turbos, zwei 1,5- und 2,0-Liter-Benziner mit 150 und 190 sowie zwei bei 33 750 Euro beginnende 2,0-Liter-Diesel mit ebenfalls 150 und 190 PS. Die Vierzylinder machen die in fahrbereitem Zustand 1599 bis 1845 Kilo schweren Seat in der Spitze 198 bis 211 Stundenkilometer schnell. Manuelle Sechsgang-Getriebe oder über entsprechende Paddel am Lenkrad auch handschaltbare Siebengang-Doppelkupplungsboxen übertragen die Kraft auf die vorderen Räder, bei den Selbstzündern wahlweise auch auf alle vier. In Verbindung damit gibt Seat den Verbrauch schon nach dem realistischeren Messzyklus, aber noch nach der Abgasnorm Euro 6 zumindest im Datenblatt im Mix mit 5,7 bis 8,0 Liter an. Für 2020 sehen die Spanier einen Plug-in-Hybrid mit 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite vor.

Blick auf die Heckpartie des fünftürigen Fünfsitzers mit dem Modellschriftzug dort.

Dynamischere Auslegung

Das Fahren: Wir sind im souveränen Spitzendiesel mit Automatik und Allrad unterwegs gewesen. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach wechselnden Autobahn- und Landstraßenfahrten bei eher moderatem Unterwegssein mit 7,3 Litern fast sogar die vorgegebenen Werte angezeigt. Beim Fahrwerk ist insbesondere mit der adaptiven Regelung ein sehr gut ausgewogener Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit gelungen, wobei die Auslegung gegenüber der Konkurrenz sogar noch dynamischer wirkt. Die elektromechanische Servolenkung gibt ausreichend direkte Rückmeldung. Die Scheibenbremsen packen standfest zu. Ist die automatische Distanzregelung an Bord, verringert sie bis Tempo 210 die Auffahrgefahr. Per Drehschalter sind verschiedene Fahrprofile wählbar, indem sich etwa Gasannahme und Lenkunterstützung ändern. Mit Allrad und elektronischer Kraftverteilung kann man sich ebenfalls ins Gelände wagen.

Das Gepäckabteil fasst 760/700 bis 1920 Liter. Und so sieht das große SUV-Modell von der Seite aus.

Noch größere Abdeckung

Alles in allem: Der neue Leon steht als kompaktes Volumenmodell zwar erst 2019 an. Die Spanier freuen sich jedoch schon jetzt, dass sie mit ihrem Portfolio vom kleinen Mii bis zum neuen Flaggschiff hinauf, das zusätzliche Kundengruppen erschließen, die Marke weiter stärken und das Wachstum noch mehr vorantreiben soll, nun 80 Prozent der Fahrzeugsegmente in Europa abdecken. Sogar das kann Seat nun auch!

Datenblatt

Motor: Zwei Vierzylinder-Turbobenziner, zwei Vierzylinder-Turbdiesel. Hubraum: 1,5, 2,0 Liter. Leistung: 110/150, 140/190, 110/150, 140/190 kW/PS. Maximales Drehmoment: 250/1500-3500, 320/4200-6000, 340/1750-3000, 400/1750-3250 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 8,0 bis 9,8 Sekunden von 0 nauf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 198 bis 211 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Seat Mixverbrauch 5,7 bis 8,0 Liter pro 100 Kilometer, 148 bis 182 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 29 980 bis 43 800 Euro. 

KoCom/Fotos: Günther Koch

7. Dezember 2018