Montag, 25. Oktober 2021

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  • GALERIA AUTO Citroën hat sein kompaktes City-SUV-Modell C3 Aircross aktualisiert. Foto: Günther Koch
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  • GALERIA AUTO Maybach fährt mit noch mehr Luxus auf Rädern als Acht- und Zwölfzylinder vor. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO Hyundai startet neuen Klein-Crossover-SUV Bayon / Benziner auch als Mildhybrid. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Der Volumenbringer

Mercedes setzt bei C-Klasse wieder auf neuen Schub / Motoren alle als Mildhybrid elektrifiziert / Plug-in folgen

Von Günther Koch/Life-Magazin

Die neue Mercedes C-Klasse, hier als stärkere Diesellimousine C300d. Fotos: Koch

Stuttgart/Immendingen – Mehr Sport, mehr Effizienz: Auf dem Weg vom Flughafen Stuttgart hinunter zum Prüf- und Technologiezentrum von Daimler in Immendingen nicht weit vom Bodensee hat Mercedes gerade die höher positionierte Neuauflage seiner C-Klasse vorgestellt. Mit ihrem lange Zeit eigentlichen Brot- und Butterauto treten die Stuttgarter im mittleren Premiumsegment gegen Konkurrenten wie Audi A4/Avant, BMW 3er/Touring, Jaguar XF/Shooting Brake und Volvo S60/V60 an, die Limousine jetzt ab 41 138, der nach wie vor T-Modell genannte Kombi ab 46 975 Euro.

Erfolgreichste Baureihe

Das Auto: „Mit rund 10,5 Millionen verkauften Fahrzeugen ist die C-Klasse die erfolgreichste Baureihe von Mercedes-Benz“, sagt Produktmann Frederic Esselmann. Bei der aktuellen handelt es sich um die fünfte Generation seit 1993, seit die C-Klasse den „Baby-Benz“ Mercedes 190 abgelöst hat. Sie läuft in Bremen vom Band, hat – 4,75 Meter lang, 1,82 Meter breit, 1,43 Meter hoch, Radstand 2,86 Meter – in fast allen Abmessungen zugelegt, baut nur flacher. Vorn sind Schulter- und Ellbogenfreiheit größer, im Fond ist die Beinfreiheit gewachsen. In der Limousine lassen sich weiter 455, im Kombi mit 490 bis 1510 künftig 30 Liter mehr Gepäck verstauen. Vom kurzen Überhang vorn über die nach hinten gerückte Frontscheibe und Kabine bis hin zum ebenfalls flotteren Heck wirken außen schon die Proportionen dynamischer. Powerdomes auf der Motorhaube unterstreichen wie die bis zu 19 Zoll großen Räder den beinahe schon jugendlich-frischen, sportlich-präsenteren Charakter. Im wertigeren Inneren mit eleganten Linien und edel wirkenden Materialien sind Details aus der S-Klasse übernommen. Im überaus modernen Cockpit geht es nun weitgehend digital zu. Selbst den Dreh/Drück-Regler sucht man nunmehr vergebens. Die Produktbesonderheiten fasst Esselmann vom sportlicheren Äußeren über das futuristischere Innere, modernstes Multimedia, Digitallicht mit Projektionsfunktion, Multikontursitze und elektrifizierte Motoren bis hin zu den Elektronikhilfen zusammen, mit deren Hilfe man teilautomatisiert fahren.

Die Front gleich mit einem kleinen und einem großen Markenstern vorn wirkt in die Breite.

Drei Turbobenziner, zwei Turbodiesel

Der Antrieb: Für die Limousine stehen die drei Turbobenziner C180, C200 und C300 sowie die beiden Turbodiesel C200d und C300d zur Wahl, für den Kombi der C200 sowie C200d und C300d. Die 1,5- und 2,0-Liter-Vierzylinder, alle mit integriertem Startergenerator und 48-Volt-Bordnetz als Mildhybrid ausgeleget und freigegeben nach der Abgasnorm Euro-6d, leisten 170 bis 265 plus jeweils 20 (Elektroboost-)PS, stellen maximale Drehmomente von 250 bis noch deutlich durchzugsstärkeren 550 Newtonmetern zur Verfügung, beschleunigen diese leer 1625 bis 1835 Kilo schweren Mercedes in 5,7 bis 8,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen sie in der Spitze 231 bis 250 Stundenkilometer schnell. Neunstufen-Automaten übertragen überall die Kraft weich, zügig und präzise auf die Räder, bei den 4Matic-Allradversionen auf alle vier. In Verbindung damit geben die Stuttgarter den kombinierten Verbrauch nach WLTP zumindest im Datenblatt mit 5,0 bis 7,3 Litern an. Schon bald nach dem Start sollen für Limousine und Kombi Plug-in-Hybride mit 129 PS rein elektrischer Antriebsleistung und rund 100 Kilometern rein elektrischer Reichweite folgen.

Der Diesel im C300d leistet 265 plus 20 Boost-PS. Das Cockpit ist übersichtlich-modern.

Von normal über sportlicher bis hin zu sparsamer

Das Fahren: Wir sind in der Diesellimousine C300d unterwegs gewesen, deren Bordcomputer bei uns am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und flotteren Autobahnfahrprofilen mit unterschiedlichen Fahrmodi bei eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne größere Lastwechsel 5,8 (statt maximal 5,3) Liter angezeigt hat. Das im C300d verbaute Serienfahrwerk mit kontinuierlicher Dämpferverstellung und Tieferlegung wirkt insgesamt schon recht dynamisch ausgelegt, federt aber immer noch ausreichend komfortabel. Über verschiedene Fahrprogramme lässt sich die Antriebs-, Fahrwerks- und Lenkcharakteristik von normal über sportlicher bis hin zu sparsamer variieren. Wichtige Komponenten sind die neue Vierlenkerachse vorn und die Raumlenkerachse hinten für mehr Federungs-, Abroll-, Geräuschkomfort und agilere Fahreigenschaften. Wer will, kann die neue C-Klasse jedoch auch ambitionierter mit noch direkter ansprechendem Sportfahrwerk ordern. Die erstmals in dieser Baureihe angebotene Hinterachslenkung für wendigere Fortbewegung in der Stadt und spritzigere in Kurven kostet dagegen extra. Die Mildhybridtechnologie hilft nicht nur, dass der Motor zügiger und sanfter startet und im Leerlauf ruhiger arbeitet, sie unterstützt auch bei niedrigeren Touren, steht generell für bessere Leistungsentfaltung, erlaubt „Segeln“, (Zusatz-)Boosten, Energie zurückzugewinnen und Sprit zu sparen. Unterm Strich gibt die Lenkung ordentliche Rückmeldung von der Straße. Die Scheibenbremsen sorgen für standfeste Verzögerung.

Blick auf die Modellkennung hinten. Das Gepäckabteil hier fasst 455 Liter.

Aus der Ferne Schaltzentrale für das eigene Zuhause

Die Ausstattung: Aus der Oberklasse stammen etwa der freistehende 10,25- oder 12,3-Zoll-Bildschirm hinterm Lenkrad, der 9,5- oder 11,9-Zoll-Hochformat-Touchscreen in der Mitte, das erweiterte lernfähige Multimediasystem, die aktive Komfortfunktion und der neue Airbag zwischen Fahrer und Beifahrer. Fahrer- und Zentraldisplay sind in drei Anzeigenstilen (klassisch, sportlich, dezent) und drei Programmen (Navigation, Assistenz, Service) individualisierbar. Die „Hey Mercedes“-Sprachhilfe ist schlauer gemacht. Mobile Assistenz lässt die C-Klasse aus der Ferne zur Schaltzentrale fürs eigene Zuhause, Stichwort „Smart Home“ werden. Über Musikstreaming sind Millionen von Songs aufrufbar. Die Software soll „over die air“ immer auf neuestem Stand sein. Optionen sind etwa Digitallicht oder die Kamera, die die Umgebung vor dem Wagen auf dem zentralen Display zeigt, auf dem sich auch virtuelle Objekte, Markierungen und Informationen einblenden. Die aktive Abstandsassistenz reagiert jetzt bis Tempo 100 auf stehende Fahrzeuge, die aktive Lenkassistenz erkennt die Spur noch besser über eine 360-Grad-Kamera, die Verkehrszeichenassistenz nimmt nun auch Schilderbrücken, Baustellen-Beschilderungen, Gebote wie „Bei Nässe“ wahr, verfügt über Stopp-Schild- und Rote-Ampel-Warnfunktion.

Heck-/Seitenansicht des viertürigen Fünfsitzers. Und so fährt der T-Modell-Kombi vor.

Kombi mit mehr Nutzwert

Alles in allem: In dieser Klasse scheint‘s die Mischung zu machen, einerseits sportlicher, andererseits effizienter und sparsamer. Das könnte helfen, nach den Einbußen zuletzt in dieser Baureihe künftig auch da wieder auf Volumen zu kommen, wobei das nutzwertigere T-Modell im Kombiland Deutschland in Sachen Verkauf im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel gegenüber der Limousine wohl wieder deutlich mehr nachgefragt sein wird. Coupé und Cabrio bleiben offenbar weiter fraglich. Sicher hingegen dürften die AMG-Spitzenmodelle sein. Und noch 2021 soll der Allterrain-Kombi folgen. Wir schließen unsere erste Ausfahrt mit der neuen C-Klasse ab. Beim Verlassen erinnert uns eine freundliche Frauenstimme im Wagen noch daran: „Entschuldige, bitte denk‘ an Dein Telefon!“ Höflich sind die Mercedes auch.

Datenblatt

Motor (Limousine): Drei Vierzylinder-Turbobenziner, zwei Vierzylinder Turbodiesel. Motor (Kombi): Ein Vierzylinder-Turbobenziner, zwei Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum 1,5, 2,0 Liter. Leistung: 125 (plus 15)/170 (plus 20) bis 195 (plus 15)/265 (plus 20) kW/PS. Maximales Drehmoment: 250 bis 550 Newtonmeter. Beschleunigung: 5,7 bis 8,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 231 bis 250 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Mercedes WLTP-Mixverbrauch 5,0 bis 7,3 Liter pro 100 Kilometer, 131 bis 168 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 41 138 bis 51 788 Euro (Limousine), 46 975 bis 53 966 Euro (Kombi).

KoCom/Fotos: Günther Koch

22. Juni 2021