Freitag, 30. Oktober 2020

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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

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Flache Flunder

Toyota lässt Supra GR nach Sechs- auch als 258-PS-Vierzylinder vorfahren / Mit leichtfüßigem Handling

Von Günther Koch/Life-Magazin

Beim Toyota Supra GR handelt es sich um ein zweisitziges Sportwagen-Coupé. Fotos: Koch

Spielberg – Dauerregen in der Steiermark! Die österreichischen Kollegen bleiben trotzdem beim Dynamikteil auf der Red-Bull-Formel-1-Rennstrecke bei Spielberg. Wir dagegen wollen durchs Land fahren, den Toyota Supra GR, den wir nach der „Rückkehr der Legende“ überhaupt zum ersten Mal bewegen, bewusst alltagsmäßiger kennenlernen.

Gemeinsam mit BMW entwickelt

Doch ehe es losgeht, erst zur Geschichte: Beim Toyota Supra handelt es sich um einen Sportwagen, den die Japaner zunächst als Ableitung des 1970 präsentierten Celica Coupés als Supra entwickelt und ab 1986 als eigenständiges Modell schließlich vermarktet haben. Der Name Supra für über/übergeordnet soll die „herausgehobene Positionierung“ verdeutlichen. Die fünfte Generation, bei der die Japaner inzwischen angekommen sind, ist zusammen mit BMW entwickelt und 2019 als Supra GR vorgestellt worden, wobei GR für die Motorsportabteilung der Marke steht, für Gazoo Racing.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn unterhalb der langen Motorhaube.

In der stärkeren Variante mit 340 PS

Der im Gegensatz zu Vorgängermodellen nur als Zweisitzer angebotene Sport-Toyota mit Double Bubble genanntem Dach in Anlehnung an das Design des bis 1970 gebauten, dem E-Type von Jaguar optisch ziemlich ähnlichen 2000 GT teilt sich die Plattform mit dem BMW-Roadster Z4, kommt mit breiter Spur, langer Motorhaube und kompaktem Heck daher, ist zunächst aber nur als aufgeladener 3,0-Liter-Sechszylinder mit 340 PS vorgefahren – bis die Japaner angekündigt haben, ihn zum Frühjahr 2020 zusätzlich mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Twinscroll-Turbo zu bestücken und die Achtstufen-Automatik sowie den sportlicheren Hinterradantrieb von der stärkeren Variante zu übernehmen.

Unter der Haube ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner am Werk. Im Cockpit geht es relativ übersichtlich zu.

Durchzugskraft über breites Drehzahlband

Womit wir schon bei der Technik der von uns im "grünen Herz Österreichs" getesteten automobilen Flunder wären, 4,37 Meter lang, 1,85 Meter breit, nur 1,29 Meter hoch, Radstand 2,47, kleiner 290-Liter-Kofferraum: Leistung 258 PS. Drehmoment 400 Newtonmeter schon früh ab 1550 und dann über ein breites Band bis maximal 4400 Touren, wobei der nach der Abgasnorm Euro-6d-Temp freigegebene Vierzylinder selbst sogar hoch bis 6000 Touren drehen kann. Den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 legt der leer gerade einmal höchstens 1470 Kilo auf die Waage bringende Supra-Sportler in 5,2 Sekunden hin. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 Stundenkilometern abgeregelt. Den nach dem realistischeren WLTP-Messzyklus ermittelten Verbrauch geben die Japaner zumindest im Datenblatt im Mix mit 6,3 Litern an, die wir leider nicht erreicht haben. Nach unserer Tour mit normalen Orts-, aber trotz Regen doch spritzigeren Landstraßenfahrprofilen ohne größere Autobahnetappen hat der Bordcomputer am Ende 8,1 Liter angezeigt.

Heck-/Seitenansicht des Zweitürers. Blick auf die kraftvolle Heckpartie des Sportwagens.

Im Sportmodus nochmal deutlicher nachgeschärft

Zum Fahren: Wer will, kann natürlich elektronische Hilfen wie Spurhalteassistenz und Kollisionswarner deaktivieren, was aber nur Profis tun sollten, zumal bei schlechtem Wetter. Der Sportmodus schärft Motor, Getriebe und Lenkung nach. Bei der Beschleunigung steht der Vier- dem Sechszylinder, der es auf nochmal 100 Newtonmeter mehr Durchzugsstärke, aber auch auf 100 Kilo mehr Leergewicht bringt, bis auf eine Sekunde fast in nichts nach. Die Höchstgeschwindigkeit ist dieselbe. Was den Spritkonsum betrifft, gönnt sich der ab 61 314 Euro teure 3,0-Liter natürlich einen kräftigeren Schluck, der mit zusätzlich 1,2 Litern jedoch nicht übergroß ausfällt, jedenfalls laut Datenblatt nicht, wobei auch dieser Wert selbst im Alltag mit einem solchen Auto, das stets Lust auf mehr weckt, kaum erreicht werden dürfte.

Das Gepäckabteil fasst immerhin noch 290 Liter. Und so sieht das sportliche Coupé von der Seite aus.

Schon das Standardfahrwerk leistet prima Arbeit

Auch weil das Getriebe, die über entsprechende Wippen am Lenkrad ebenfalls handschaltbare und scheinbar mühelos jeweils den passenden Gang findende Wandlerautomatik, kürzer übersetzt ist, schiebt der mit speziellem Klang verstärkte Turbo ziemlich stürmisch voran, scheint den Druck aber nach oben nicht ganz bis ans Ende halten zu können. Schon das Standardfahrwerk leistet prima Arbeit. Die Lenkung gibt sehr direkte Rückmeldung von der Straße. Sportbremsen gehören für diesen überaus leichtfüßig-kompakten Sportler leider erst ab der höheren von zwei für den Vierzylinder verfügbaren Ausstattungen zum Grundumfang, genauso wie das adaptive Dämpfersystem mit Normal- und Sporteinstellung sowie das aktive Sperrdifferenzial, mit dem man schon eher, möglichst auf der Rennstrecke, durch Kurven driften kann.

Relativ leichte Handhabung im Cockpit

Blieben noch der Innenraum, der ebenfalls was von BMW hat, und die Bedienung: Der mittlere Armaturenträger wird oben vom Touchscreen dominiert. Das Multimediasystem lässt sich relativ leicht handhaben. Darunter folgen Direktwahltasten. Darunter die Klimaregelung. Der Getriebewählhebel ist mehr oder weniger identisch. Daneben hat der Dreh-/Drücksteller seinen Platz. Einige Instrumente sind teildigitalisiert und zumindest bei Wetter ohne direkte Sonneneinstrahlung ganz gut ablesbar. Die höheren Ledersitze bieten ordentlich Halt; auch ist so die lange Motorhaube besser überschaubar. Das Gepäckabteil des Coupés dürfte wenigstens fürs Wochenendausflug zu zweit reichen.

Basispaket schon ordentlich bestückt

Und die Ausstattung? Den Vierzylinder gibt‘s in zwei Lines. Im Basispaket sind etwa schon LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, Multimedia-/Audiosystem, 8,8-Zoll-Display, Digitalradio, Alcantara-Sportsitze, dazu Pre-Crash-Warner mit Bremsfunktion, Fußgänger-, Radfahrer-, Verkehrsschilderkennung, Spurhaltehilfe mit aktiver Lenkfunktion, Tempomat samt Begrenzer, Rückfahrkamera sowie 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 255/275er-Reifen enthalten. In der Stufe darüber kommt er über Adaptivdämpfer, Aktivdifferenzial und Sportbremsen hinaus noch mit Sportpedalen, Navigation und Onlinediensten daher. Der Sechszylinder fährt ab Werk zusätzlich mit Adaptivtempomat samt Stopp-&-Go-Funktion, Spurwechsel-, Totwinkel-, Querverkehrswarner hinten, Spurwechselhilfe und 19-Zöllern vor.

Für Alltagssport mit guter Figur

Alles in allem: Verarbeitungs- und Materialqualität, Motor/Getriebe-Kombination sowie Längs- und Querdynamik gleichen den nicht ganz so bequemen Ein- und Ausstieg sowie die eher mäßige Sicht nach hinten mehr als nur aus. Auch als Vierzylinder mit bemerkenswertem Handling macht der im Umfeld etwa der Alpine A110/A110S oder des Nissan 370Z unterwegs befindliche Supra GR alltagsportlich eine sehr gute Figur. Wie übergeordnet er in Toyotas Modellprogramm inzwischen ist, mag die Tatsache belegen, dass man das viersitzige Sportcoupé GT86 da hierzulande bei den Japanern mittlerweile vergeblich sucht, der Supra so aktuell bei uns ihr einziger echter Sportwagen ist. Ob mit oder ohne Regen.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Twinscroll-Turbo. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung: 190/258 kW/PS. Maximales Drehmoment: 400/1550-4400 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 5,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 250 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Toyota Mixverbrauch 6,3 Liter pro 100 Kilometer, 143 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Grundpreis: Je nach Ausstattung 47 667/52 053 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

29. September 2020