Freitag, 30. Oktober 2020

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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

Größere Spreizung

VW reicht beim Golf schon GTI nach / Vorläufig noch Spitzenmodell / Wieder 245 PS, aber insgesamt sportlicher

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der neue VW Golf GTI ist so stark wie zuletzt die Performance-Version. Fotos: VW   

Wolfsburg – Gut, dass VW nach verfrühtem Marktstart, Aussetzern bei der Software und sogar zwischenzeitlichem Auslieferungsstopp bedingt durch den Ausfall des Notrufsystems den neuen Golf nun so langsam in die Spur zu bekommen scheint. Denn das Ausrollen der nicht gerade wenigen Modellvarianten in dieser Baureihe drängt! Zunächst des gerade in Wolfsburg vorgestellten GTI, der wohl noch Ende August/Anfang September ab rund 35 000 Euro bei den Händlern stehen dürfte. Und der sich im Segment der frontangetriebenen Kompaktsportwagen selbst in Sachen Fahrdynamik mittlerweile mit einem weiteren, durchaus ernstzunehmenden Konkurrenten messen lassen muss. Dem Hyundai i30N.

Vorn fallen die wabenförmigen Lufteinlässen in der Schürze auf. Das Markenlogo ist mittig angeordnet.

Stärker vernetzt

Das Auto: Beim neuen GTI handelt es sich wie beim normalen Fünftürer um die achte Generation, flacher, gestreckter, dynamischer, 4,28 Meter lang, 1,78 Meter breit, 1,44 Meter hoch, Radstand 2,62 Meter, Kofferraum 380 bis 1270 Liter. Seit 1976 haben die Wolfsburger den Golf mit dem Kürzel für Gran Turismo Injection mehr als 2,3 Millionen Mal verkauft. Die stärker vernetzte Neuauflage hebt sich optisch vom Vorgänger ab, wirkt angriffslustiger. Die Front mit roten Akzenten im Kühlergrill, auffälliger Lichtleiste, wabenförmigen Lufteinlässen in der Schürze und Nebelleuchten, die aus fünf LED-Rechtecken bestehen, wirkt in die Breite. Weitere GTI-Merkmale außen sind der Frontspoiler als umlaufende Einheit sowie die Seitenschweller und die Einfassung des genarbten Diffusors am Heck. Im modernen Cockpit, übersichtlich gestaltet, finden sich kaum noch Knöpfe. Die Instrumente sind fast nur digital. Ihre Bedienung könnte intuitiver sein.

Unter der Haube ist ein Vierzylinder-Turbobenziner am Werk. Das Multifunktionslenkrad ist Standard.

Schon gutes Basispaket

Die Ausstattung: Wie jeder neue Golf ist der GTI etwa schon mit LED-Scheinwerfern, Klimaautomatik, karierten Sportsitzen, Edelstahlpedalen, Multifunktionslenkrad und Elektronikhilfen wie Spurhalte-, Notbremsassistenz, Fußgänger- und Radfahrererkennung bestückt. In das serienmäßige 8,25-Zoll-Infotainment sind Onlinedienste und -funktionen integriert. Dachkantenspoiler, spezielle Abgasendrohre, rot lackierte Bremssättel und ein Soundaktor, der Motorgeräusche in der Kabine verstärkt, gehören zum Grundumfang. Mehr optische und technische Personalisierungen stehen zur Wahl. Die Wolfsburger lassen normal 17-Zoll-Leichtmetallräder aufziehen. Wer will, kann 19-Zöller mit 235er-Reifen ordern.

Zum Infotainment gehört der 8,25-Zoll-Touchscreen. Die Sportsitze bieten guten Seitenhalt.

Schalt- oder Doppelkupplungsgetriebe

Der Antrieb: Wie beim bisherigen Performance-GTI sitzt ein 245 PS und, schon früh ab 1600 über ein breites Band bis 4300 Touren, maximal 370 Newtonmeter DRehmoment starker 2,0-Liter-Turbobenziner in neuer Ausbaustufe mit besseren Abgaswerten unter der Haube. Der schon nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d eingestufte Vierzylinder beschleunigt diesen leer 1460 Kilo schweren Golf in 6,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schafft abgeregelt 250 Stundenkilometer Spitze. Ein kürzer übersetztes manuelles Sechsgang-Getriebe oder eine über entsprechende Wippen am Lenkrad auch handschaltbare Siebengang-Box mit Doppelkupplung, mit der der GTI dann ab rund 37 000 Euro zu haben ist, überträgt in dem Frontantriebler die Kraft auf die vorderen Räder. Nähere Angaben zum konkreten Verbrauch hat VW zumindest offiziel jetzt bei der Fahrveranstaltung am Stammsitz in Wolfsburg noch nicht gemacht. Der Vorgänger jedenfalls ist – noch nach dem vorherigen NEFZ-Messverfahren – mit 6,5 Litern in den technischen Daten aufgeführt gewesen, so dass sich der Spritkonsum des neuen GTI offiziell etwas unterhalb davon bewegen dürfte. 

Blick auf Markenlogo und Modellkennung hinten. Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers.

Neuer Dynamikmanager als übergeordnetes Regelsystem

Das Fahren: Das tiefer liegende Sportchassis ist nachgeschärft, aber ausgewogener ausgelegt. Beim Fahrdynamikmanager handelt es sich wie beim normalen Golf um ein neues übergeordnetes Regelsystem, das die elektromechanischen Fahrwerkskomponenten vernetzt, die elektronische Differenzialsperre zum gezielten Abbremsen einzelner Räder ansteuert, die nun serienmäßigen, genauso elektronisch geregelten Quersperren an der Vorderachse sowie die Querdynamikanteile der optional ebenfalls geregelten Dämpfer. Die Fahrprofilauswahl ist Standard. Über sie und das Fahrwerk mit der stufenlosen Regulierung lässt sich die Charakteristik des Wagens je nach persönlichem Wunsch bestimmen. Die Spreizung zwischen Dynamik und Komfort etwa für die längere Strecke ist deutlich größer. Ein Beispiel für das überaus präzise und agile Handling ist, dass das für Frontantriebler typische Untersteuern, also das Schieben über die Vorderräder, so reduziert ausfällt, dass man Kurven weitgehend neutral durcheilen und ohne Traktionsverluste wieder aus ihnen heraus beschleunigen kann. Die Progressivlenkung gibt direkte Rückmeldung. Die innenbelüfteten Scheibenbremsen packen standfest zu. Wie das Bremsen kann der GTI auch das Gasgeben und die Spurführung übernehmen, solange man das Lenkrad nicht länger loslässt. Im Ernstfall leitet er zudem eine automatische Notbremsung ein.   

Als nächstes Variant, Alltrack und Hybridmodelle

Alles in allem: GTI ist in der Tat so etwas wie Kult. Auch wenn der neue Golf mit diesem Zusatz im Namen nicht mehr Leistung hat, tritt er dennoch spürbar sportlicher auf. Was die bis Anfang 2021 übrigen Golf-Varianten betrifft, stehen nach dem Variant und dem Alltrack als nächstes die Hybridmodelle GTE und e-Hybrid sowie der e-TSI-Mildhybrid mit 48-Volt-Technologie an. Allrad dürfte dem Golf R wohl mit über 300 PS vorbehalten bleiben. Außerdem ist erneut ein vom gleichnamigen Renntourenwagen abgeleiteter GTI TCR im Gespräch. Und es soll auch wieder den Spitzendiesel GTD geben.

KoCom/Fotos: VW

14. August 2020